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Bennys Bluff oder Ein unheimlicher Fall


Bennys Bluff oder Ein unheimlicher Fall

Krimi für Kinder, Eltern und Großeltern
1. Auflage

von: Klaus Möckel

6,99 €

Verlag: Edition Digital
Format: PDF
Veröffentl.: 02.08.2012
ISBN/EAN: 9783863947279
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 149

Dieses eBook erhalten Sie ohne Kopierschutz.

Beschreibungen

Berlin, wenige Wochen nach der Maueröffnung 1989. Benny, zwölf Jahre alt, findet, als er eines Tages vom Spielen heimkommt, seine Mutter tot in ihrem Bett. War es Mord? Das Tatwerkzeug deutet darauf hin und bringt Ralf in Verdacht, einen ihrer Freunde. Für den Jungen ein doppelter Schlag, denn er hätte sich diesen Mann gut als einen Ersatzvater vorstellen können.
Verzweifelt macht sich Benny auf die Suche nach Ralf, der sich in den Westteil der Stadt abgesetzt hat. Dabei muss er Hindernisse aller Art überwinden, erlebt tiefe Enttäuschung, findet aber auch unerwartete Hilfe. Die Spur aber verzweigt sich, und es bedarf eines besonderen Bluffs, um den Täter schließlich zu entlarven.
Das Buch, 1991 beim Rowohlt-Verlag erschienen und längst vergriffen, lenkt in seiner spannenden Handlung den Blick auf eine bereits historisch gewordene Zeit, auf die zugleich aufregende und verworrene Situation in den Monaten nach der Wende.

Berlin, wenige Wochen nach der Maueröffnung 1989. Benny, zwölf Jahre alt, findet, als er eines Tages vom Spielen heimkommt, seine Mutter tot in ihrem Bett. War es Mord? Das Tatwerkzeug deutet darauf hin und bringt Ralf in Verdacht, einen ihrer Freunde. Für den Jungen ein doppelter Schlag, denn er hätte sich diesen Mann gut als einen Ersatzvater ...
Klaus Möckel, der am 4. August 1934 im sächsischen Kirchberg geboren wurde, erlernte zunächst den Beruf eines Werkzeugschlossers, studierte später in Leipzig Romanistik und arbeitete anschließend als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Jena. Danach war er als Lektor für romanische Literatur in Berlin tätig. Beim Verlag Volk und Welt machte er sich bald einen Namen als Herausgeber, Übersetzer und Nachdichter vor allem moderner französischer Dichter. Seine 1963 veröffentlichte Dissertation hatte Möckel über den Autor des Kleinen Prinzen geschrieben: „Die Rolle der bürgerlichen Gesellschaft bei der Herausbildung von Antoine de Saint-Exupérys Weltanschauung“. Seit 1969 arbeitet der Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer als freier Autor. Seither veröffentlichte er fast 50 Bücher: Spannende Krimis, anspruchsvolle Science-Fiction-Bücher, sehr gut recherchierte historische Romane, einfühlsame Lebensberichte und wunderschöne Kinderbücher, darunter Erfolgstitel wie „Hoffnung für Dan“ und „Die Gespielinnen des Königs“ sowie die literarischen Vorlagen für die Polizeiruf-110-Folgen „Drei Flaschen Tokaier“ und „Variante Tramper“. Hinzu kommen 14 Herausgaben und 19 Übersetzungen aus dem Französischen, Spanischen und Russischen. Möckel arbeitete häufig, vor allem bei Übersetzungen, mit seiner Frau Aljonna Möckel zusammen und verfasste gemeinsam mit ihr unter dem Pseudonym Nikolai Bachnow mehrere Fortsetzungsbände zu den Märchenromanen Alexander Wolkows wie „Die unsichtbaren Fürsten“ und „Der Hexer aus dem Kupferwald“.
«Gehst du zur Schule?»
«Was glaubst du denn. In eine integrierte Klasse. Vater bringt mich morgens meist mit dem Wagen. Zurück schaff ich es allein.»
Benny staunt, wie gescheit sie sich ausdrückt. Richtig gelehrt. «In eine integrierte Klasse?»
«Ja, wir sind drei Behinderte. Die anderen normal.» Das letzte Wort klingt ein wenig spöttisch.
«Ach so», sagt Benny. Er hat sich über solche Dinge noch keine Gedanken gemacht.
«Gibt's das bei euch nicht, integrierte Klassen?»
«Ich glaube nicht, hab nie davon gehört.»
«Bei euch schickt man die Behinderten wohl in Sonderschulen?»
«Ja», erwidert Benny zögernd, weil er nicht einmal das mit Sicherheit sagen kann. Er ist froh, dass sie nun den Park erreichen und Tanja zu fragen aufhört. Im Park treffen sie auf die beiden Jungen von vorhin, außerdem auf Jo und ein zweites Mädchen, das ein Fahrrad dabei hat.
Tanja erklärt die Situation, ihre Stimme hat offenbar Gewicht. Dass es um ein richtiges Verbrechen gehen soll, um keins aus dem Kino oder Fernsehen, sondern um eins, das wirklich passiert ist, lässt vor allem den rundgesichtigen Jo aus dem Häuschen geraten. «Wenn dieser Ralf der Täter ist, kann es gefährlich werden», sagt er mit glänzenden Augen.
«Ralf ist nicht der Täter, niemals», entgegnet heftig Benny.
«Deine Meinung gilt nicht, du bist befangen.»
«Lass ihn in Ruhe», sagt Tanja, «es ist ja gar nicht bewiesen, dass Ralf überhaupt bei uns in Westberlin ist. Aber dieser Strippe scheint in der Nähe zu arbeiten, und den müssen wir finden.»
«Und wie stellst du dir das vor?», fragt Ute, das Mädchen mit dem Fahrrad.
«Wir schauen uns zuerst in allen Werkstätten und Geschäften hier in der Nähe um, wir kennen den Wagentyp und die Endnummer 28. Wir haben auch eine ungefähre Beschreibung von Strippe.»
Sie einigen sich. Bis auf Roland, einen der beiden Jungen, die Benny zuerst gesehen hat - er muss seine kleine Schwester betreuen, das ist den Eltern fest zugesagt -, stimmt die Gruppe Tanjas Plan zu. Aber es gibt ein Problem. Der Nachmittag ist schon vorgerückt und Strippe, wenn er es war, vielleicht bereits nach Hause gefahren. Heute wird man nichts mehr erreichen. Wenn Benny etwas erfahren will, muss er am nächsten Tag wiederkommen, frühestens.
«Dabei verlier ich viel zu viel Zeit», sagt Benny, «ich muss Ralf schnell finden.»
«Dann solltest du's über die Polizei versuchen», erwidert Tanja, «die hat andere Mittel.»
Benny denkt nicht daran, zur Polizei zu gehen. «Es ist schwierig, über die Grenze zu kommen, ich hab keinen Ausweis.»
«Du rufst morgen Mittag einfach einen von uns an», sagt Jo, «bis dahin ermitteln wir alles.» Er ist ganz offensichtlich scharf darauf, den Detektiv zu spielen.
«Hast du eine Ahnung! Nach Westberlin kommt man zurzeit nicht durch», wendet Benny ein.
«Nach Ostberlin genauso nicht», bestätigt das Mädchen mit dem Fahrrad.
«Dann bleibt er eben hier, wir bringen ihn schon irgendwie unter», sagt Wolfgang, der Dritte der Jungen.
«Irgendwie? Wo denn?», fragt Roland, der eigentlich schon längst weg sein wollte.
«Erst nutzen wir mal die Zeit, die uns heute noch bleibt, dann sehen wir weiter», entscheidet schließlich und mit Autorität Tanja.

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