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Bagola


Bagola

Die Geschichte eines Wilddiebs
1. Auflage

von: Jurij Koch

5,99 €

Verlag: Edition Digital
Format: EPUB
Veröffentl.: 17.11.2011
ISBN/EAN: 9783863942403
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 129

Dieses eBook erhalten Sie ohne Kopierschutz.

Beschreibungen

Am Ende des 19.Jahrhunderts macht ein Wilddieb die Wälder der Niederlausitz unsicher. Es ist Bagola, der von der Polizei seit Jahren gesuchte Bauer aus Drachhausen, der seine arme Familie heimlich mit Wildfleisch aus gräflichem Forst versorgt. Der Polizist Bismarck, der dem Gesuchten, auf dessen Kopf viel Geld ausgesetzt ist, nachstellt, wird von Bagola mit List und Bauernschläue an der Nase herumgeführt. Den einfachen Leuten sind die Streiche des wildernden Rebells, mit denen er sich seinen Anteil aus Gottes Natur "gesetzwidrig" holt, sympathisch. Doch das ausgesetzte "Kopfgeld", das ein naher Verwandter als Anfangskapital für ein Sägewerk braucht, führt schließlich zum Verrat. Der gesuchte Widerständler will sich der drohenden Verhaftung entziehen, indem er sich Auswanderern nach Nordamerika anschließt. Doch die Flucht wird vereitelt. Bagola fällt durch die Kugel seines geldgierigen Cousins.

Am Ende des 19.Jahrhunderts macht ein Wilddieb die Wälder der Niederlausitz unsicher. Es ist Bagola, der von der Polizei seit Jahren gesuchte Bauer aus Drachhausen, der seine arme Familie heimlich mit Wildfleisch aus gräflichem Forst versorgt. Der Polizist Bismarck, der dem Gesuchten, auf dessen Kopf viel Geld ausgesetzt ist, nachstellt, wird ...
Jurij Koch
geboren15.9.1936 in Horka (Oberlausitz)
Sohn einer sorbischen Steinarbeiterfamilie, Schulbesuch in Crostwitz, Tschechoslowakei, Bautzen und Cottbus, Studium der Journalistik und der Theaterwissenschaften in Leipzig, Redakteur und Reporter beim Rundfunk, freischaffend seit 1976. Schreibt sowohl sorbisch als auch deutsch.
Auszeichnungen:
Staatspreis „Jakub Bart-?išinski“ (1979)
Carl-Blechen-Preis der Stadt Cottbus (1983)
Literaturpreis Umwelt des Landes NRW (1992)
Bibliografie (Auswahl)
Der einsame Nepomuk, Erzählungen 1975
Landung der Träume, Roman 1980
Pintlaschk und das goldene Schaf, Kinderbuch 1983
Die größte Ohrfeige der Welt, Kinderbuch 1984
Rosinen im Kopf, Kinderbuch 1984
Der Kirschbaum, Novelle 1984
Augenoperation, Roman 1988 (mit dem Titel "Schattenrisse" 989 bei Spectrum Verlag Stuttgart und 1993 bei dtv München)
Die rasende Luftratte, Kinderbuch 1989
Das Sanddorf, Kinderbuch 1991
Jubel und Schmerz der Mandelkrähe - Ein Report aus der sorbischen Lausitz, 1992 (Literaturpreis Umwelt des Landes NRW)
Golo und Logo, Krimi für Kinder 1993 (Alibaba Verlag Fr./M., 1996 bei Fischer)
Jakub und das Katzensilber, heiterer Abenteuerroman für junge Leser, 2001
Am Ende des Tages, Erzählung, 2009
Übersetzungen seiner Arbeiten ins Polnische, Slowakische, Tschechische, Russische, Ukrainische, Slowenische, Bulgarische, Spanische, Litauische.
Jurij Koch hat auch Szenarien für Dokumentarfilme, Theaterstücke und Hörspiele geschrieben. Sein Stück "Landvermesser" ("Rublak -Die Legende vom vermessenen Land", Filmhochschule Potsdam 1980) und die Novelle "Der Kirschbaum" ("Sehnsucht", DEFA 1990) wurden verfilmt. Nach dem Roman "Augenoperation" ist der Film "Tanz auf der Kippe" (DEFA 1991) entstanden.
Seine essayistischen Arbeiten beschäftigen sich vor allem mit ökologischen Fragen. ("Da sah ich sie liegen, schön unsere Dörfer";"Gehversuche einer Landschaft";"Die Schmerzen der endenden Art", "Auf Kohle sitzen"; "Der schwarze und der grüne Tag von Lakoma"; "Nachdenken über Mittelpunkte")

Bismarck hatte den Finger am Hahn. Jetzt, dachte er. Jetzt... Aber im selben Augenblick meldete sich der Mann auf der anderen Seite. Links. Und Bismarck riss die Flinte dorthin, aber das Holz knackte rechts. Und weit entfernt. Jemand floh. In wilder Eile. Und die Flucht hatte etwas Verhöhnendes an sich: Versuch mich zu kriegen! Hier bin ich. Hier...
Jetzt schoss Bismarck endlich. Die Blätter erzitterten, Späne flogen oder Splitter, und der Krach, der aus tausend Nebengeräuschen bestand, löste die Spannung. Bismarck glaubte, dass er den Mann getroffen hatte. Als der Widerhall des Schusses verklungen war, trat wieder jene Stille ein, die trog. Der Dieb lag im Gras. Auf dem Bauch. In den Rücken getroffen. Auf der Flucht erschossen, wird im Protokoll stehen. Und so ist es gewesen, dachte Bismarck, als er sich auf den Weg machte, um ihn zu finden, so, wie er sich den Ausgang der Dinge vorstellte. Auf jeden Fall mit dem Gesicht auf der Erde... Er suchte. In höchster Eile. Schon erkannte er kaum noch etwas. Schon stolperte er. Über eine Wurzel. Nun wusste er, dass er auf dem Weg war, auf dem er gekommen war. Hier musste sein Fahrrad stehen. Aber es stand nicht da. Es war weg. Gestohlen. Und ihn durchzuckte ein Schreck: Er hat's genommen. War nicht getroffen. Nicht auf der Flucht erschossen. Im Gras liegend. Umgekehrt. Der Dieb fuhr auf einem Dienstrad der Polizei ins Dorf, aus dem er gekommen war. Und mit einem Hasen unterm Arm. Und Bismarck fluchte vor sich hin. Sorbisch fluchte er. Immer, wenn er vergaß, dass er im Dienst war, blieb er Wilhelm Konzan. So waren die Flüche kräftiger. So konnte er besser toben.
Dann blieb ihm nichts anderes, als zu Fuß ins Dorf zurückzukehren. Der Mond war aufgegangen. Ein bleicher Mond. Aber der Mann in ihm lächelte. Und als der Polizist das Dorf erreichte, als der Schein des Mondes auf der Straße lag, wo der zerfahrene rillige Morast feucht glänzte, erblickte er sein Rad. Wie es lag. Am Straßenrand. Abgelegt. Mit bestem Dank zurück.
Bismarck drehte sich nicht um. Der Nichtsnutz konnte ihn beobachten. Wie die Staatsmacht ihr Fahrrad aufhob. Wie sie davonfuhr. Wenn der Mond nicht alles blass gemacht hätte, wäre die Röte in Bismarcks Gesicht zu sehen gewesen.
Am nächsten Tag stellte er sich Bagola in den Weg, der von der Arbeit kam. Auch Woitowy war dabei. Bis Drachhausen hatten sie denselben Weg. Als Woitowy den Polizisten sah, bog er ab.
Stopp! sagte Bismarck. Bürger Bagola, ich habe mit Ihnen zu reden.

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