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St. Harman

Sie liebt ihn zu Tode, 1. Teil

Abitur mit Bestnoten - Sprungb(r)ett in die Prostituition

Ein Erotikthriller

 

ISBN 978-3-86394-594-7 (E-Book)

 

Titelbild: Ernst Franta

 

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Prolog

Oft sind es nur die sogenannten Kleinigkeiten, die banalen Ereignisse, die den Weg eines Menschen radikal in eine andere Richtung lenken können. Unsere Hauptdarstellerin, bewusst nenne ich sie nicht Heldin, ist so ein Beispiel dafür. Ob sich der Leser mit ihr identifizieren kann, muss er selbst entscheiden. Alles, wirklich alles, ist in der Geschichte frei erfunden, auch wenn mancher schnell der Meinung ist, dass es genauso hätte ablaufen können. Das eine oder andere Geschehen ist vielleicht für einige überspannt, aber ich versichere, dass die Realität viel brutaler ist. Lesen Sie und nehmen Sie es gelassen. Achtung, es ist definitiv keine Lektüre vor dem Einschlafen!

Der Autor

Die Verlobung

Die Uhr tickt unaufhörlich. Doch sie kommt nicht weiter. Nichts, gar nichts hat sie zum Anziehen. Nackt müsste sie gehen! Warum macht sie sich überhaupt so einen Kopf? Seit fünfzehn Jahren geben sich Familie Harder und Familie Langner die Ehre, sich gegenseitig einzuladen und zusammen zu Tode zu saufen. Eher ginge die Welt unter, als dass ihr Treffen nicht stattfindet, sagte Vater heute früh auf seine freundliche Art zu ihr. Sie hasst diese Zusammenkünfte! Dass seine Tochter Martina nur den Gedanken aussprechen könnte, nicht daran teilzunehmen, gehört für Vater ins Reich des Unvorstellbaren. Allein der Gedanke, nicht hinzugehen, ist eine Todsünde. Dabei kritisiert er sicher auch gleich wieder ihren viel zu kurzen Rock. Sie soll gefälligst etwas Anständiges, etwas Gottgefälliges anziehen, wettert er garantiert gleich wieder mit ihr. Sie hasst diesen Mann abgrundtief. Eines Tages wird sie ihn umbringen, das schwört sie sich schon seit Jahren. Überhaupt, der alte Sack kann sie mal kreuzweise ...

Heulend schmeißt Martina jetzt alle ihre Sachen aus dem Kleiderschrank auf den Fußboden. Eigentlich gehört das ganze Zeug in den Müll.

„Martina, in zehn Minuten wollen wir los!“, tönt warnend die Mutter von unten. Ihre gallige Stimme bringt Martina endgültig zum Überkochen. Zufällig hält sie ihr blaues Kleid in der Hand. Was soll es, das nehme ich, sagt sie sich gleichgültig. Das trug sie zwar zur letzten Party auch schon, aber das merkt sowieso keiner. Flink schlüpft sie in das Kleid. Dass sie darunter nur den String trägt und keinen BH, sieht auch keiner. Dafür ist das blaue Kleid viel zu altbacken. Aus Protest zieht sie jetzt ihren Slip aus. Es ist ein tolles Gefühl, völlig nackt unter dem Kleid zu sein. Doch dann ist ihr flau im Magen, dass das nun doch zu weit geht. Sie steigt jetzt doch wieder in den schmalen String. Das ganze Chaos in ihrem Zimmer einfach hinter sich lassend, läuft sie die Treppe hinunter.

Als Martina vor den Augen der Mutter in ihre Turnschuhe schlüpft, betrachtet die Mutter sie kritisch. Nach einigem Schweigen ruft sie: „Keine Turnschuhe bitte. Zieh passend deine blauen Schuhe an! Mit den ausgelatschten Turnschuhen bringst du Papa nur auf die Palme.“

Mutter hat wirklich nicht gemerkt, dass sie wieder das blaue Kleid trägt, freut sich Martina und erwidert lächelnd: „Ist mir so was von egal!“

„Sei nicht so launisch Martina. Männer mögen keine launischen Frauen!“, erwidert ihre Mutter genervt.

Martina spöttisch: „Welche Männer? Ich kenne keine!“

Mutter blickt sie streng an und sagt auffallend leise zu ihr: „Mach heute keine Szene! Letztes Jahr haben mir schon deine blöden Diskussionen gereicht. Stell nicht wieder Gott in Frage. Papa hat nichts vergessen! Nimm dir ein Beispiel an deiner Schwester Sylvia!“

„Ja, ja“, mault Martina und wechselt dabei artig die Schuhe. Seit ihrer negativen Diskussion über Gott ist sie bei Vater total unten durch. Sylvia hat ihre Chance genutzt und biedert sich seitdem Vater unterwürfig an. Das hat sie ja auch dringend nötig. Ihr Notendurchschnitt von 2,8 ist wirklich nicht berauschend. Dass Martina ihr Abitur als Schulbeste abschließen kann, zählt für ihren Herrn Vater jetzt nicht mehr. Nur noch ihr Zugeständnis, das sie doch Jura studieren wird, könnte ihn noch gnädig stimmen. Doch sie will nicht. Der Mann ist ihr zuwider. Immer hat sie für ihn nur zu funktionieren. Warum? Sie hätte Lust alles hinzuschmeißen.

Die Haustür geht auf, ihr Vater und Sylvia kommen herein.

Vater knurrt mürrisch: „Ein Wunder ist geschehen, das gnädige Fräulein ist sogar schon fertig!“

Mutter: „Horst, wir können gleich los!“

Vater zufrieden: „Toll Mutti, dann sind wir heute sogar einmal pünktlich!“

Sylvia zischt ihre Schwester leise an: „Das Kleid hattest du doch letztes Jahr auch schon an. Was willst du damit sagen?“

„Nichts. Nur dass mir hier alles am Arsch vorbei geht!“, erwidert sie frech und freut sich gleichzeitig, dass nur ihr Schwesterchen mitbekommen hat, dass sie das selbe Kleid trägt wie vor einem Jahr.

Sylvia ruft überraschend: „Aber Mutti, Martina hat …!“

„Keine weitere Diskussionen, meine Damen. Ab ins Auto, aber plötzlich!“, wettert Horst Harder und unterbricht überraschend seine Lieblingstochter.

Alles stürmt jetzt zum Auto. Martina setzt sich neben ihre wütende Schwester. Der Punkt ging an sie, die Schwester hat das Nachsehen.

Irgendetwas liegt heute in der Luft, spürt Martina. Was ist heute anders? Nicht ein Wort wird die ganze Fahrt über gesprochen. Warum?

Endlich haben sie das Bootshaus der Langners erreicht. Das Wort Bootshaus verharmlost den reetgedeckten Prunkbau am Wasser. Das ganze ist eine großzügige Anlage für drei Motorboote und darüber ein Tanzsaal, Wirtschaftsräume und Zimmer für zwanzig Gäste. Das von allen Seiten mit hohen Hecken geschützte Grundstück hat einen Tennisplatz und wie idiotisch, einen Pool. Über den Pool regt sich Martina jedes Mal auf.

Zu Martinas ehrlicher Überraschung ist Jörg heute zur Stelle und macht ihr sogar die Autotür auf. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Das macht sie noch misstrauischer. Das stinkt ihr gewaltig.

„Hallo Baby!“, haucht Jörn und küsst sie flüchtig auf den Mund.

Martina zischt ihn an: „Bist du krank im Kopf? Seit wann machst du so ein idiotisches Theater? Ist was passiert?“

Jörn wird wie immer schnell kleinlaut und blubbert: „Nee, nee, mir war nur so!“

Martina lässt Jörn einfach stehen und geht gleich bis zum Steg weiter. Sie will den Blick auf den See genießen. Überhaupt, sie hat einfach keine Lust, am alljährlichen Familientratsch teilzunehmen. Am liebsten würde sie ein Boot nehmen und hinaus zur Insel fahren. Doch das wird Vater garantiert nicht zulassen. Sie wird heute sogar der Mutter den Gefallen tun und sich nicht mit Vater anlegen, beschließt sie. Die Szenen, die Vater nach der letzten Party veranstaltet hat, sind ihr noch in wacher Erinnerung. Sich aufregen hat bei dem Mann keinen Zweck. Martina macht drei Kreuze, wenn sie diesen Abend überstanden hat.

Martina reckt sich und genießt die letzten Sonnenstrahlen.

Sylvia kommt auf sie zu und sagt: „Wir warten alle nur noch auf dich. Komm endlich!“

„Seit wann wartet ihr auf mich?“, spottet Martina, folgt aber mit Abstand ihrer Schwester.

Oben im Saal stehen alle mit Sektgläsern in der Hand im Kreis. Jörn reicht ihr auch ein gefülltes Glas.

Jörn lässt sein Glas klingen, holt sichtbar Luft und sagt mit kratziger Stimme: „Heute möchte ich den jährlichen Grillabend einmal eröffnen. Ich will diesen schönen Abend mit einer wichtigen Bekanntmachung verbinden. Martina und ich wollen uns verloben. Ich gebe hiermit unsere Verlobung bekannt!“

Ein Brillantring funkelt vor Martinas Augen. Sie ist völlig benommen. Wie abwesend lässt sie sich von Jörn den Ring auf den Finger schieben.

Gläser klingen und alle beglückwünschen sie zur Verlobung.

„Hast es ja verdammt eilig!“, zischt sie ihre Schwester nur leise an.

Ihr Vater lächelt sie seit Langem wieder einmal an und ruft begeistert: „Mit dieser Verbindung machst du mir eine große Freude. Die Anwaltskanzlei Harder & Langner hat jetzt eine neue Zukunft. Dein Jurastudium wird mein Glück perfekt machen!“

Martina ist unfähig, überhaupt etwas zu sagen. Was ist los? Sie soll verlobt sein? Sie stellt ihr Glas ab und geht zur Bar. Ein großes Glas mit Wodka und einem Spritzer Orangensaft leert sie in einem Zug aus. Als sie das dritte Glas schon zum Trinken ansetzt, hält Jörn sie zurück und fragt: „Was ist mit dir los? Deine Freude über die Verlobung hält sich bei dir wirklich in Grenzen. Ich dachte, dass alle Frauen auf Verlobung und Hochzeit völlig abfahren. Stattdessen besäufst du dich, als ob jemand gestorben sei. Was hat das alles zu bedeuten?“

Martina nimmt ihm das Glas mit Gewalt wieder weg und trinkt den Wodka sofort aus. Sie stößt hörbar auf und sagt: „Nichts ist. Ich freue mich nur so riesig! Oder besser, ich trage meine Zukunft zu Grabe!“

„Ich muss dich doch heiraten. Du bist doch keine Jungfrau mehr!“, erklärt ihr Jörg leise.

„Noch kein ... kein ... kein Grund um so einen Schei …Scheiß ...“, sagt sie lallend und stößt Jörn von sich. Der Raum ist vom Rauch völlig vernebelt. Mit etwas Mühe kämpft sie sich nach draußen. Sie muss sich am Geländer festhalten, weil sich alles vor ihr dreht. Immer schön am Geländer entlang geht sie in Richtung Wasser. Mit einem Griff hat sie ihr Kleid abgelegt und ist aus den Schuhen gestiegen. Mit Schwung springt sie nun halb nackt, nur mit dem String bekleidet, ins Wasser. Sie taucht auf und ist plötzlich wieder voll da. Von oben ruft ihr Jörn zu: „Spinnst du? Komm sofort aus dem Wasser! Du kannst doch hier nicht nackt baden gehen. Komm sofort heraus!“

„Komm du doch rein, mein sogenannter Verlobter. Wer sich mit mir verlobt, ohne zu fragen, muss sich auch eine unartige nackte Braut gefallen lassen!“, spottet Martina. Ihr wird es jetzt aber doch kalt und so steigt sie an der Leiter hoch aus dem Wasser.

Jörn betrachtet sie ausgiebig. Seine Verlobte ist wirklich schön. Mit beiden Händen umarmt er sie und küsst ihr nasses Haar, das einen leichten Duft von Opium versprüht. Das macht Lust auf mehr von der Frau. Frech greift er ihr unter den Slip und massiert die frisch rasierte Muschi. Sie fühlt sich an wie eine reife Frucht. Es ist jetzt meine reife Frucht, denkt er lüstern. Doch dann nimmt er alle seine Sinne zusammen, reicht ihr das Kleid und sagt: „Zieh dich schnell an!“

Sie hat seine gierigen Finger in ihrer Spalte genossen. Doch dann will sie ihn bestrafen und befiehlt: „Was ist Jörn? Steck schon deine Finger rein! Du kannst mich hier gleich am Steg ordentlich durchficken! Los fick mich!“

„Natürlich nicht!“, stottert er, wird rot und lässt sie los.

„Feigling! Los, wo ist ein Handtuch? Trottel, hol gefälligst ein Handtuch, wenn du schon so ein Feigling bist!“, fordert sie jetzt wütend und stößt ihn von sich.

Weggestoßen und von ihrem rauen Ton überrascht, läuft er tatsächlich los. Augenblicke später kommt er mit einem Handtuch zurück. Martina zieht sich ihren nassen Slip aus und trocknet sich selenruhig vor ihm ab.

„Ich erkenne dich nicht wieder, Martina. Was ist mit dir los?“, fragt Jörn überrascht und schaut demonstrativ weg.

„Nichts ist. Ihr Arschkriecher könnt mich alle mal!“, spottet sie und streift sich ihr Kleid über. Sie schlüpft in ihre Schuhe und läuft zum Bootshaus. Oben im Saal geht sie zielstrebig zur Garderobe, holt aus ihrer Handtasche das Handy und ruft sich ein Taxi. Diese Spießer hier kann sie nicht länger ertragen. Es ist ihr egal, ob Vater wieder ausrastet. Ihre Flucht wird nicht bemerkt. Draußen wartet bereits das Taxi. Als sie einsteigt, schaut ihr Jörn von der Tür aus fassungslos hinterher.

Ohne auf ihn zu reagieren, lässt sie das Taxi fahren. Das Gefühl, genau das richtige getan zu haben, beflügelt sie.

Die Verlobung mit Jörg nur eine Farce?

Mit Schwung lässt Martina die Tür des Cafés zufallen. Jörg ist endgültig für sie gestorben. Am Sonnabend hat er sie mit der vor beiden Familien verkündeten Verlobung überfahren. Da hatte sie die Kröte noch geschluckt und mit viel Wodka heruntergespült. Sie wusste, dahinter stecken nur seine und ihre Eltern. Martina Harder und Jörg Langner sollen die erfolgreiche Anwaltskanzlei Harder & Langner in der zweiten Generation fortsetzen. Doch ab heute ohne sie! Das gehört nach der Szene endgültig der Vergangenheit an. Sie wird allen eine Lektion erteilen, die sie nie vergessen werden. Das schwört sie! Dass Jörg hier im Café die Bea Wagner aus der 13 a vor ihren Augen abgeleckt hat, wird sie ihm nie verzeihen. Zum Glück hat er sie im Café nicht bemerkt und sie konnte die beiden heimlich beobachten.

Wutschnaubend springt sie in den Bus, der gerade vor ihr hält. Sie blickt aus dem Fenster, ohne wirklich etwas zu sehen. Sie schwört immer nur Rache, Rache für alles. Das zahlt sie ihm doppelt und dreifach heim. Drei Tage nach der inszenierten Verlobung hat dieses Schwein keine Skrupel, ein anderes Mädchen in der Öffentlichkeit zu küssen. Wie kann sie diesem Scheißkerl nur die Demütigung heimzahlen? Ist sie vielleicht auch daran schuld, dass es so weit gekommen ist? Warum war das möglich? Erst die Verlobung und dann das heute!

 

Es fing damit an, dass sie fünf Tage vor ihrem sechzehnten Geburtstag ihren sauberen Herrn Vater in einem Café mit einer fremden Frau gesehen hat. Sie taten beide sehr verliebt. Vaters Frömmigkeit war also nur geheuchelt. Bis zu ihrem sechsten Lebensjahr wohnten sie in München. Dort war Martina schon mit Jörn befreundet. Mit der Familie Langner zusammen sind sie dann nach Hamburg gegangen. Seitdem dreht Vater voll am Zeiger. Ständig bläut er ihr und Sylvia Bibelsprüche ein. Er will seine Töchter in der Hochburg der Gottlosen und aller Sünden vor dem Schlimmsten bewahren. Doch seit sie Vater per Zufall beim Ehebruch erwischt hat, ignoriert sie alle seine Gebote. Sie hat es auch Mutter erzählt. Doch diese schweigt einfach dazu.

Seitdem weiß Martina, dass es Gott nicht gibt. Sie hat es ausprobiert. An ihrem sechzehnten Geburtstag hat sie Gott verleugnet und damit angefangen, ohne ihn zu leben. Sie erinnert sich noch genau daran, als wäre es gestern gewesen. Damals hat sie sich hinter Jörn auf sein neues Moped geschwungen. Unterm Minirock war sie nackt. In einem kleinen Wäldchen haben sie in einer Lichtung halt gemacht. Dort hat Jörn sie unmissverständlich aufgefordert, sich von ihm zur Frau machen zu lassen. Während er noch Moral predigte und sein Verlangen entschuldigte, stand sie längst ganz nackt und erwartungsvoll vor ihm. Er stotterte immer noch, als sein Penis groß und hart tief in ihrem Mund steckte. Was dann kam, klappte leider nicht. Genervt und zu allem entschlossen, hat sie ihn ins Gras gestoßen. Langsam, mit viel Geschick und Mühe, hat sie sein Glied doch noch in ihrer hungrigen Muschi versenkt. Es hat kaum wehgetan. Schlimmer war, dass Jörn, nachdem es ihr langsam Spaß machte, leider viel zu früh gekommen war. Danach faselte er ständig etwas vom Heiraten und der ewigen Liebe. Darum hat er wohl ihren 18.Gebutstag zum Anlass genommen, sein Versprechen von damals halbherzig zu erfüllen.

 

Sie wird die Verlobung nicht auflösen. Das könnte ihm so passen. Dann trägt sie die Schuld und muss sich sogar noch vor allen rechtfertigen. Jörn wird natürlich alles abstreiten. Der Mistkerl ist dann Mister Saubermann und sie die Schuldige. Doch wie kann sie ihm schaden? Wie kann sie ihn und die ehrenwerten Familienoberhäupter bestrafen? Es muss vor allem für ihn und ihren sauberen Vater richtig krachen!

Der Bus hält zum wiederholten Mal kurz an, um dann weiter zu fahren. Martina erwacht aus ihren Gedanken und sieht auf der anderen Straßenseite die leichten Mädchen mit Männern in dicken Autos verhandeln. Wie einen Blitz trifft es sie in diesem Moment. Sie könnte wie diese Mädchen anschaffen gehen! Jörns Verlobte ist dann eine Hure, eine gottlose Prostituierte! Eine, die es für Geld mit jedem Mann treibt. In ihren geheimsten Träumen hatte sie oft gleichzeitig mit zwei oder drei Männern Sex. Die Idee gefällt ihr immer besser. Sie, die Abiturientin, die Klassenbeste, eine Prostituierte! Wow! Geil! Bei der Vorstellung, dass alles herauskommt, lacht sie laut auf. Köstlich! Das dumme Gesicht von ihrem ach so frommen Vater will sie dabei sehen. Er wird kaum wollen, dass seine Anwaltskanzlei von einer Prostituierten geführt wird. Sie ist bin dann auf einen Schlag alle ihre Verpflichtungen los. Das lästige Jurastudium ist so garantiert passé. Außerdem braucht sie nicht mehr ihre Elternum jeden Euro anbetteln. Sie verdient dann alleine genügend Geld. Die Abiturientin Martina Harder ein Strichmädchen, eine Hure, eine Prostituierte! Ihr Vater wird ausflippen. Toll! Allen würde sie dann ihre schönen Pläne zerstören. Sie könnte auf diese Weise ein Studium der eigenen Wahl finanzieren. Ihren Traum, Kunst zu studieren, könnte sie sich so erfüllen.

Der Bus hält erneut. Hier muss sie aussteigen. Sie ist von ihrer Idee so fasziniert, das sie es am liebsten heute noch versuchen will. Nach zehn Minuten Fußweg schließt sie die Haustür wie immer um diese Zeit auf. Natürlich ist niemand zu Hause. Sylvia, ihre kleine Schwester, ist heute noch beim Sport. Sie hat in ihrem Handballteam schon einen Namen.

Martina geht nach oben und schmeißt ihren Rucksack einfach in die Ecke. Sie beschließt, dass sich alles ändern muss. Schon morgen wird sie ihre Mitgliedschaft im Mathezirkel kündigen, denn in ihm ist Jörn auch Mitglied. Warum hat das Schwein überhaupt heute früh in der großen Pause mit der Verlobung geprahlt, wenn er am Nachmittag schon mit einer anderen knutschte?

Heute Morgen fand sie es noch toll, wie die Mädels geglotzt hatten. Auf Jörn waren sie ja alle scharf. Zugegeben, er sieht gut aus. Seine Zukunft als Rechtsanwalt in eigener Kanzlei ist für die meisten Mädchen ein Traum. Martina, die diesen Mann eigentlich gar nicht will, sie bekommt ihn. Eigentlich will sie ihn nie mehr sehen.

Sie entscheidet, das Spiel, seine Verlobte zu sein, weiter zu spielen. Nur ab heute wird alles nach ihren Regeln ablaufen. Gleich morgen wird sie testen, wie es ist, sich für Geld zu verkaufen, sich von wildfremden Männern anfassen und ficken zu lassen. Damit hat sie den Trumpf in der Hand, diesen Scheißkerl und ihren verlogenen Herrn Vater an ihrer empfindlichsten Stelle, ihrer Ehre, zu treffen. Wenn sie Spaß an dem Hurendasein hat, wird sie ihm vielmals Hörner aufsetzen und dabei reichlich Kasse machen!

 

Wie selbstverständlich holt sie das Mathebuch hervor und will für die Prüfung üben. Das Abi als Beste der Schule will sie bei allem nicht aus den Augen verlieren. Aber immer wieder fantasiert sie, wie es sein wird, wenn sie sich einem fremden Mann hingibt.

Das erste Mal