Details

Oberhäuptling der Herero


Oberhäuptling der Herero

Roman
1. Auflage

von: Dietmar Beetz

8,99 €

Verlag: Edition Digital
Format: EPUB
Veröffentl.: 02.12.2014
ISBN/EAN: 9783956551819
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 471

Dieses eBook erhalten Sie ohne Kopierschutz.

Beschreibungen

Die Handlung dieses spannenden Romans führt in das ehemalige Deutsch-Südwest-Afrika. Man schreibt das Jahr 1890. Im Hafen Walvisbaai wartet Assa Riarua, Großmann der Herero, auf Nikodemus, der per Schiff eine Ladung Waffen aus Kapstadt bringt. Assa soll den Transport auf dem gefährlichen Weg durch das Nama-Land geleiten. So hat es Samuel Maharero gewünscht. Aber will der Sohn des alten Maharero überhaupt, dass das Unternehmen ein Erfolg wird? Assa hat Zweifel, denn Samuel und Nikodemus sind zerstritten, sie streben beide nach dem Amt des Oberhäuptlings. Assa ahnt auch, dass hinter dieser Rivalität nicht nur Machtstreben steht. Die Deutschen beginnen sich im Hereroland einzunisten. Man sollte sie bekämpfen. Aber über das Wie und Wann sind Nikodemus und Samuel sehr unterschiedlicher Ansicht. Assa wird den Gedanken nicht los, dass die aufkeimende Feindschaft zwischen seinen beiden Freunden ihn selbst und sein Volk vor harte Belastungsproben stellen wird.
Die Handlung dieses spannenden Romans führt in das ehemalige Deutsch-Südwest-Afrika. Man schreibt das Jahr 1890. Im Hafen Walvisbaai wartet Assa Riarua, Großmann der Herero, auf Nikodemus, der per Schiff eine Ladung Waffen aus Kapstadt bringt. Assa soll den Transport auf dem gefährlichen Weg durch das Nama-Land geleiten. So hat es Samuel ...
Warten in Walvisbaai
Tumult im Hafen
Ein mörderischer Treck
In Witboois Hand
Heimkehr der Gezeichneten
Der Tod des Alten
Im Geheimen
Auf der Suche nach Samuel
Verschwörer
Macht und Masken
Vorzeichen
Kein Ende
Geb. 1939 in Neustadt am Rennsteig. Oberschulbesuch in IImenau; Medizinstudium in Leipzig und Erfurt. 1965/66 Schiffsarzt; Ausbildung zum Hautarzt und Spezialisierung für Betriebsmedizin;
1973 als Arzt in Guinea-Bissau. Wohnt in Erfurt und arbeitet bis zur Stunde in seinem Beruf.
Wissenschaftliche Publikationen und seit 1971 an die 60 Buchtitel in hoher Gesamtauflage.
Einige Preise literarischer Art. Einspänner seit dem Austritt aus diversen Vereinen.
Es sollte wohl trösten, und es war seine letzte Rechtfertigung Assa gegenüber. Von da an mied er den einstigen Freund und Vertrauten, der ihm schon länger aus dem Weg ging, und sie begegneten einander nur noch selten und stets in der Öffentlichkeit.
So Wochen nach der Wahl, als Samuel am Okuruo dem Rat der Großleute vorschlug, Nikodemus zum Häuptling der Ostherero zu ernennen.
Der Vorschlag kam offenbar für alle überraschend. Die meisten guckten, als hätten sie sich verhört, und erst allmählich wurden Stimmen laut. Jemand erkundigte sich: „Was hast du vor? Welche Absicht verfolgst du?“
„Nikodemus“, erklärte der Oberhäuptling, „ist, wie ihr wisst, ein energischer Mann. Er wird dort im Osten für Ruhe und Ordnung sorgen, ein guter Nachbar der Khauas sein und die Gelben zugleich von unseren Weiden fernhalten.“
„Ich — dein Wachhund?“ Nikodemus war aufgefahren, unfähig, sich länger zurückzuhalten. „Du willst mich loswerden, willst mich Lampert und seinen Khauas ausliefern!“
Samuel tat erstaunt. „Hast du Angst?“
So hatte er schon einmal gefragt, damals, als Nikodemus den Auftrag, im Süden Waffen und Munition einzutauschen, zurückwies. „Hast du Angst?“
Dieselben Worte, und wieder blieb Nikodemus kein Ausweg. Er wusste das wohl und wehrte sich deshalb verzweifelt. „Ich lass mich nicht verbannen, nicht im Sandfeld begraben! Gobabis — das ist der ödeste Winkel der Welt!“
„Deine Werft liegt am Weißen Nossob, näher bei Okaseva als bei Gobabis. Sie hat gutes Land, und sie ist unser wichtigster Stützpunkt im Osten. Außerdem kannst du, sooft du willst, hierherkommen — vorausgesetzt, du erfüllst deine Aufgaben.“
„Meine Aufgaben erfüllen!“ Nikodemus lachte höhnisch. „Wie denn, womit?“
„Tjetjoo wird dir unterstellt.“
„Tjetjoo ist selber Häuptling!“
„Er hat dir zu gehorchen“, erklärte Samuel mit Nachdruck, „und er wird dir gehorchen — fett und träge, wie er ist. Die Krieger von Tjetjoo unterstehen in Zukunft dir!“
Nikodemus stockte, runzelte die Stirn, und sein Gesicht spiegelte die Gedanken, die ihn jagten, die Versuchung, die ihn lockte. Es war so still, dass man das Feuer auf dem Okuruo knistern hörte.
„Nein!“ Er riss sich los, fuhr erneut auf. „Ich geh nicht in diese Falle! Du hast kein Recht, mich zu verbannen wie einen Verbrecher. Erst Kavazeri, nun ich ... Wer dir im Weg ist, den schickst du fort.“
Samuel blieb gelassen, ja, er lächelte sogar. „Merkst du nicht, dass. du dich wiederholst und verhedderst? Wer außer dir hält Kavazeri für einen Verbannten, einen — Verbrecher?“
„Das unterstellst du mir; das habe ich nicht gemeint!“
„Aber gesagt, und alle haben’s gehört!“
Zustimmung und Widerspruch wurden laut, Spott und Protest und Schadenfreude. Nikodemus warf einen verwirrten Blick in die Runde, suchte Assa.
Samuel kam ihnen zuvor. „Schluss jetzt! Wir haben lange genug gestritten; mir ist schon der Schlund wie ausgedorrt.“
„Mir auch!“, rief Absalom, und Kamumbumbi fiel ein.
„Assa“, fuhr Samuel fort, „erklär du Nikodemus dann bitte noch einmal alles in Ruhe! Dir glaubt er vielleicht.“
Assa, erklär du ihm ...! Nach allem, was war, diese Aufforderung, dieses hinterhältige Ansinnen! Als wär ich sein Helfershelfer, ohne Bedenken auf seiner Seite!
Die List gelang. Assa war überrumpelt. Verwirrt wich er dem beschwörenden Blick aus, und was er sagen wollte für Nikodemus, blieb ihm in der Kehle stecken. Er murrte nur.
„Gut. Stimmen wir also ab! Wer dafür ist, dass wir Nikodemus zum Häuptling der Ostherero ernennen, der gebe das Zeichen!“ Assa rührte sich nicht. Er sah, wie viele Hände sich hoben, sah, dass Nikodemus den Kopf senkte ...
„Danke. Und wer ist dagegen?“
Einer meldete sich, dann noch jemand, zögernd.
„Ich auch!“ Assa riss die Hand hoch.
Samuels Miene veränderte sich nicht.
„Schön“, sagte er lächelnd. „Damit ist Nikodemus ernannt. In den nächsten Tagen wird er abreisen, um die Würde zu übernehmen. Wir wünschen ihm für seine schwierige und wichtige Aufgabe Glück und Erfolg.“

Diese Produkte könnten Sie auch interessieren:

Der Reporter
Der Reporter
von: Wolfgang Schreyer
PDF ebook
8,99 €
Eiskalt im Paradies
Eiskalt im Paradies
von: Wolfgang Schreyer
PDF ebook
7,99 €
Blinder Passagier für Bombay
Blinder Passagier für Bombay
von: Dietmar Beetz
EPUB ebook
7,99 €