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Gegenwelten


Gegenwelten

Mit Beiträgen von Ralph Giordano, Helga Schütz, Jürgen Borchert, Ulrich Schacht und Helga Schubert
1. Auflage

von: Johannes Helm, Ralph Giordano, Helga Schütz, Jürgen Borchert, Ulrich Schacht, Helga Schubert

7,99 €

Verlag: Edition Digital
Format: EPUB
Veröffentl.: 28.03.2013
ISBN/EAN: 9783863949310
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 132

Dieses eBook erhalten Sie ohne Kopierschutz.

Beschreibungen

Dies ist ein Buch voller Gegensätze: Der jetzt 86-jährige frühere Uniprofessor Johannes Helm legt hier keine Abhandlung über sein früheres Fach, die Psychologie, vor, sondern nach „Malgründen", „Ellis Himmel" und „Seh ich Raben, ruf ich, Brüder" wiederum eine Sammlung seiner Bilder mit den unendlichen mecklenburgischen Himmeln. Manchmal ist ein winziger Mensch auf dem Bild, aber auch dieser Einsame scheint in sich zu ruhen, etwas Unsichtbares ist bei ihm, vielleicht wir als Betrachter?
Anders als bei den vorigen Büchern stammen die Texte diesmal nicht vom Maler selbst, sondern er hat andere Schriftsteller um Texte zu seinen Bildern gebeten. So vereinigen sich ganz unterschiedliche Eindrücke und Thesen: Der fast gleichaltrige Ralph Giordano findet Bilder seiner Kindheit; Helga Schütz denkt die Personage der Bilder weiter, die ihren Alltag poetisch verändert; Jürgen Borchert versenkt sich ganz in die Märchenhaftigkeit eines einzigen Bildes und macht ein Rätsel daraus; Ulrich Schacht entdeckt die Unabhängigkeit dieser Kunst von den wechselnden Gesellschaftsordnungen; Helga Schubert spiegelt die Atmosphäre der Bilder und die Atmosphäre, in der sie entstehen, denn sie teilt seit Jahrzehnten sein Leben.

Dies ist ein Buch voller Gegensätze: Der jetzt 86-jährige frühere Uniprofessor Johannes Helm legt hier keine Abhandlung über sein früheres Fach, die Psychologie, vor, sondern nach „Malgründen", „Ellis Himmel" und „Seh ich Raben, ruf ich, Brüder" wiederum eine Sammlung seiner Bilder mit den unendlichen mecklenburgischen Himmeln. Manchmal ist ein ...
Helga Schubert: Einleitung
Johannes Helm: BILD UND GEGENBILD, EIN VORWORT
FRIEDHOF
LATERNENFEST
SELBSTPORTRÄT
FRIEDHOF MIT NONNE
WINTERWEG MIT ROTEM SCHAL
MÄDCHEN VOR HAUS
ANGLER IM KAHN
GROSSER HIMMEL
UNSER HAUS BRENNT
Ralph Giordano: ES KOMMT MIR DARAUF AN
WEIHER MIT WEISSER KUH
SIESTA IN ARLES
WEISSES PFERD IN KOPPEL
ÜBERSCHWEMMTER ACKER I
KATEN IN DÄMMERUNG
KREUZIGUNG I
NEBLIGE LANDSCHAFT
MÜHLE IN DAMBECK
CHRISTUS MIT RABE I
MONDWOLKEN MIT ROTEM PFERD
PFERD IM STURM
DREI KRANICHE
MOND ÜBER FLUSSBIEGUNG
ROTE MONDWOLKEN ÜBERM FLUSS
Helga Schütz: NORDWESTMECKLENBURGISCHE REISE
BADENDE MIT LILILE UND SCHNECKE
EISLÄUFER VOR KATE
BRÜCKE MIT BIRKEN
GINSTER IM ABENDLICHT
NORDISCHES BILD
SPECKBAUM MIT WEIHNACHTSKUGEL
WOLKEN ÜBER SANDGRUBE
KÜSTENBILD
STEILKÜSTE NACHTS
ALTER KAHN AM MEER
HALBMOND ÜBERM MEER
FORSYTHIE
GEWITTERHIMMEL ÜBER SÜDLICHER LANDSCHAFT
DORFEINGANG
KRIPPENSPIEL II
ABENDBAD AM SEEUFER
Jürgen Borchert: DIE GESCHLOSSENE TÜR ZU DEM HAUS AUF DEM HÜGEL IN DEM BILD
SANDBERG
SONNENUNTERGANG HINTER WEIDEN
BIRKE IM ABENDLICHT
ALTER MIT KRÄHEN
ROTE GEWITTERWOLKEN
BIRKE ÜBERM BACH
WEIDENALLEE MIT SARG
LANDSCHAFT MIT 5 BIRKEN
KREBSSUCHER
DORFBILD
HECKENROSEN III
AUFERSTANDEN
MOHN VORM WALD
Ulrich Schacht: DER HELM'SCHE ARCHIPEL
SKILÄUFER
BIRKE IM MONDLICHT
VIER WEIDEN
APFELBLÜTE
MOORLANDSCHAFT MIT BLUMENPFLÜCKERIN
MOHNWIESEN
MOORLANDSCHAFT MIT BLESSHUHN
RABEN ÜBERM MOOR
VERSUCHUNG CHRISTI
HOLZSAMMLERIN
BUCHENWALD IM WINTER
WINTERLICHES DORF
DÜNE IM WINTER
BLICK INS TAL
Helga Schubert: DIE GEGENWELTEN
MONDAUFGANG
SCHÄFER IM KORNFELD
MOHNPFLÜCKER
NEBELBILD
GESCHNITTENE GERANIE
REITER IM WINTERWALD
RABE IM ABSTRAKTEN
BADENDER MIT ROTEM HUT
DREI WEIDEN IM FRÜHLING
UNTERBROCHENE HEUERNTE
FLUSSGABELUNG
NEBELWIESE
OPERA BUFFA
SÜDLICHES HAUS
KARGE LANDSCHAFT
RALPH GIORDANO
HELGA SCHÜTZ
JÜRGEN BORCHERT
ULRICH SCHACHT
Johannes Helm: ZEICHEN DES ABSCHIEDS
Johannes Helm
Ordentlicher Professor für Klinische Psychologie, emeritus, Dr. habil.
Geboren 1927 in Schlesiersee (Schlawa). Studium der Psychologie an der Humboldt-Universität Berlin. Verfasser umfangreicher Fachliteratur und von Lehrmaterialien. Herausgeber verschiedener Fachbücher und Autor eines Lehrbuchs.
Verheiratet mit der Schriftstellerin Helga Schubert. Nach Jahrzehnten in Berlin leben und arbeiten sie seit 2008 in Neu Meteln/ Landkreis Nordwestmecklenburg, wo sie auch eine Galerie mit monatlichem Wechsel seiner Bilder eröffneten.
Johannes Helm malt seit 1972. Bisher 1005 Ölbilder. Ausstellungen im In- und Ausland.
Johannes Helm veröffentlichte seit 1976 neben Hörfunkerzählungen und Anthologiebeiträgen folgende auf sein Malen bezogene Bücher:
Malgründe, Bilder und Geschichten, 1978, Aufbau-Verlag Berlin und Weimar
Ellis Himmel, 1981, Kinderbuchverlag Berlin
Seh ich Raben, ruf ich, Brüder, Gedichte und Bilder, 1996, Stock & Stein Verlags GmbH, Schwerin
Gegenwelten, (Ölgemälde von Johannes Helm mit Texten dazu von Ralph Giordano, Helga Schütz, Jürgen Borchert, Ulrich Schacht und Helga Schubert), 2001, Stock & Stein Verlags GmbH, Schwerin
Tanz auf der Ruine, (Bilder aus einem vergangenen Land), Episodenroman, 2007, dissertation-de Verlag GmbH, Berlin
Immer wieder haben mich die Betrachter meiner Bilder fasziniert, ja sogar beunruhigt; was nehmen sie wirklich wahr, wenn sie ihre Urteile abgeben, wenn sie ihre Eindrücke beschreiben, wenn sie berührt oder gelangweilt sind?
Woher wissen wir eigentlich, fragte ich mich als Kind, dass für uns alle der klare Himmel blau ist; woher weiß ich, dass er für dich auch Blau ist, nur weil ich ihn so sehe? Kann es nicht sein, dass du immer dann Gelb siehst, wenn ich Blau sehe und umgekehrt? Aber weil wir dem Himmel den gleichen Namen geben, merken wir gar nicht unsere unterschiedlichen Wahrnehmungen: Du sagst eben Blau zu Gelb, und so können wir nie herausbekommen, ob wir den Himmel wirklich gleich gefärbt sehen.
Heute weiß ich, dass das Sehen von Farben bei gesunden Menschen wegen der gleichen biologisch-genetischen Ausstattung zumindest sehr ähnlich ausfällt. Da bin ich klüger geworden. Aber dieselbe Frage taucht hartnäckig wieder auf, wenn es sich nicht um eine so einfache sinnliche Sache wie die Farben auf einem Bild handelt, sondern um den persönlichen Eindruck, den ein Bild auf uns macht. Hier erlebt der eine wirklich Blau, wenn der andere Rot sieht, und beide reden von Grün. Mag sein, dass wir alle nicht genügend Wörter zur Verfügung haben, um unsere gefühlsmäßigen Erlebnisse und Erfahrungen genauer beschreiben zu können.
Manche stehen vor meinem Friedhofsbild. Sie seien erschrocken, fast geängstigt, meinen sie. Darin scheinen sie übereinzustimmen. Doch wie unterschiedlich kann das gemeint sein. Der eine glaubt, ein Symbol eigener Todesnähe in der offenen Grube zu erleben, worin ihn der auf dem Balken sitzende Rabe noch bestärkt; der andere spricht von der tiefen Trauer eines soeben Witwer gewordenen Mannes, und ein dritter ist von dem Himmel beeindruckt, der uns alle einmal aufnehmen werde, wenn wir an den Engeln vorbei aus der Grube zu ihm auffahren.
Ist in diesen Bezeichnungen „erschrocken, fast geängstigt" nicht vieles enthalten, was wir in unserer subjektiven und ganz persönlichen Lebenserfahrung damit verbunden haben? Das ist hier anders, als bei den Farben. Hier geht keine so eindeutige Linie vom Bild bis zum Eindruck von diesem Bild. Was wir in unserer Entwicklung geworden sind, was wir selbst dazu beigetragen haben, also unser ganzes individuelles Lebensgedächtnis, wird hier beim Betrachten lebendig und schafft so unser Bilderlebnis, das wir im Grunde mit niemandem teilen können.
Es ist wohl so: Je genauer wir über ein Bild reden, umso weniger stimmen wir mit anderen überein. Denn wenn wir ein Bild anschauen, machen wir es zu einem Stück von uns selbst. Deshalb schreiben alle, die sich in diesem Buch über meine Bilder äußern, immer auch über sich selbst.
So werden meine Bilder von ihnen zum zweiten Mal geschaffen. Und dies zu ganz einmaligen und persönlichen Gegenwelten.


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