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Augen am Himmel - Eine Piratenchronik


Augen am Himmel - Eine Piratenchronik


1. Auflage

von: Wolfgang Schreyer

8,99 €

Verlag: Edition Digital
Format: PDF
Veröffentl.: 20.05.2012
ISBN/EAN: 9783863945152
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 590

Dieses eBook erhalten Sie ohne Kopierschutz.

Beschreibungen

Nach jahrelangem Materialstudium schrieb Wolfgang Schreyer dieses Tatsachenbuch — die fesselnde Geschichte der Luftaufklärung und Luftspionage. Sein Thema reicht von Alaska bis Israel, von Nicaragua bis Sibirien, vom ersten Späh-Ballon im Jahre 1794 bis zum modernen Foto-Satelliten. Was der Welt lange Zeit verborgen gehalten wurde, wird hier im einzelnen berichtet: Illegale Flüge von Sportfliegern, Abenteurern und Göring-Piloten, der Radarkrieg am Ärmelkanal, die britische Luftaufklärung des V-Waffen-Zentrums Peenemünde, antisowjetische Geheimaktionen der fünfziger Jahre wie U-2-Flüge, B-52-Vorstöße und die Operation „Moby Dick", Spähunternehmen der 1960er Jahre — die „Voodoo"-Flüge über Frankreich und Cuba und der Einsatz von Robotern über der Demokratischen Republik Vietnam.
In dokumentarisch belegten Szenen nimmt der Leser teil an Stabsbesprechungen am Tirpitzufer, an der Themse und am Potomac River; an internationalen Pressekonferenzen, Gerichtsverhandlungen und der Einweisung von Spionagefliegern. Es begegnen ihm namhafte Wissenschaftler, Diplomaten, Konzernvertreter, Juristen, Politiker und Generale. Er erlebt Luftkämpfe über der Ostsee und dem Eismeer, eine Notlandung in Japan sowie Beginn und Verlauf der USA-Aggression gegen Vietnam.
Der Autor schildert den Entwicklungsgang strategischer Erfindungen (Höhenflug, Luftbild, Radar, Infrarot, Satelliten-Erkundung) und entwirrt das daran geknüpfte Netz technischer Tricks. Gestützt auf Expertengutachten erläutert er die Details so anschaulich, dass auch Leser ohne Fachkenntnisse seiner Darstellung gespannt folgen.
Dieses spannend geschriebene und ausgezeichnet recherchierte Buch ist ein Stück Zeitgeschichte. Es erschien in verkürzter Fassung erstmals 1962 unter dem Titel "Piratenchronik". Das eBook enthält die 4. neu bearbeitete und erweiterte Auflage, die 1968 im Deutschen Militärverlag, Berlin erschienen ist.
Nach jahrelangem Materialstudium schrieb Wolfgang Schreyer dieses Tatsachenbuch — die fesselnde Geschichte der Luftaufklärung und Luftspionage. Sein Thema reicht von Alaska bis Israel, von Nicaragua bis Sibirien, vom ersten Späh-Ballon im Jahre 1794 bis zum modernen Foto-Satelliten. Was der Welt lange Zeit verborgen gehalten wurde, wird hier im ...
Die Schlammpumpe
Zelte im Unterholz
Mosquitos contra Geheimwaffen
Sind wir Gott?
Zeuge der Anklage
Geheimflug-Sonderstaffel Rowehl
Görings letzter Trick
Wölfe im Fuchsbau
Fliegende Untertassen von 1934
Das Auge des Obersts Nikolai
Was, wenn ein Motor aussetzt?
Diplomaten regeln den Rest
High society
Aktion "Fledermaus"
Detektive des Luftraums
Tarnfirma: Hansa-Luftbild GmbH
Die Hauptbildstelle RLM
"Übungsziele"
Gott in Frankreich
Capriccio italien
Blutige Hände
Drei Eulen über Korsika
Der Schuss von Sarajevo
Spazierflug nach Leningrad
Adler ohne Schwingen
In geheimer Mission
Der Löwe hat Flügel
Von Lübeck bis Hiroshima
Der dunkle Weg
Auf Görings Spuren
Unternehmen "Osterei"
Mit versiegelter Order
Über der Ostsee – Schweigen
Seeschaf fliegt für Amerika
Der Rest: Keksschachteln und Kurse
Schüsse an der Grenze
Die Ohren des Pentagons
Das Grab der Arche Noah
Atombomben auf Sibirien
Die auf der Strecke blieben
Das Sprungbrett
Die Luftwege nach Westberlin
Operation "Moby Dick"
Der geplatzte Ballon
Offener Himmel für Spione
Im Nebelgrund
Das Geisterflugzeug
"Und der Haifisch, der hat Zähne..."
Zwölf Jahre "Luftpolizist"
Der Fall Pierrelatte
Das Geheimnis des schwarzen Geiers
Japanisches Intermezzo
Lautloser Spähkampf
Der stille Amerikaner
Reise nach Peshawar
Über das Dach der Welt
Die Augen der schwarzen Lady
Infrarot durchdringt den Schleier?
Der Abschuss
Die "Cover-story"
Im Westen nichts Neues
Das nächste Abenteuer
Der Prozess
"Es war einmal ein treuer Husar..."
"Cover-story" II
Modell einer Strafexpedition
Die U-2 in der Krise um Cuba
"Hexer" über Palmen
Überschallspione
Die Geheimsatelliten
Neue Luftaufklärungsmittel
Der Rauchvorhang
Die Vorbereitung
Das Bombardement
Computer "lösen" Weltprobleme
Der dicke Knüppel
Luftspionage unentbehrlich
Trüber Morgen
Flucht nach vorn
"Phantome" zwischen MiG und "Sam"
Modell eines Blitzkriegs
Der Fall "Liberty"
Die Lawine
Der Höhepunkt
Das "Pueblo"-Debakel
1968 – Bilanz und Wende
Wolfgang Schreyer, geboren 1927 in Magdeburg. Oberschule, Flakhelfer, Soldat, US-Kriegsgefangenschaft bis 1946. Debütierte mit dem Kriminalroman "Großgarage Südwest" (1952), seitdem freischaffend, lebt in Ahrenshoop. 1956 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis für den Kriegsroman "Unternehmen Thunderstorm". Schreyer zählt zu den produktivsten und erfolgreichsten Autoren spannender Unterhaltungsliteratur in der DDR, schrieb Sachbücher, Szenarien für Funk und mehr als zwanzig Romane mit einer Gesamtauflage von 6 Millionen Exemplaren.
Der Oberst sieht ihn aufmerksam an. Macht denn das wirklich Spaß? Knapp dreißig, und schon werden die Schläfen grau. Er ist sein erfahrenster Mann und kaum zu ersetzen. Wenn es diesmal überhaupt einer schafft, dann Powers. Ab 1950 – auf der Luftfahrtschule Greenville in Mississippi, später auf einem Flugplatz bei Phoenix in Arizona – hat er sich als Düsenpilot ausgezeichnet. Heute verbucht seine Personalakte fünfhundert Flugstunden für die Schulmaschinen T-6, T-33 und den alten F-80-Jäger, sechshundert für verschiedene Modelle der F-84, fünfhundert für die U-2; zusammen also tausendsechshundert Flugstunden, nicht gerechnet seine Flüge als Co-Pilot. Hat Patente für sämtliche Jägertypen der Luftwaffe. Robuster Bursche, nicht übertrieben intelligent, stellt nie unnötige Fragen... Shelton möchte ihn nicht gern verlieren. Er wird in Peshawar zusammen mit Powers noch eine zweite Maschine starten lassen, die hart an der Grenze fliegt und alle sowjetischen Radarstationen beschäftigt: Ein für den U-2-Einsatz neues Ablenkungsmanöver, auf das die Roten fraglos nicht gefasst sind.
"Wie Sie wollen, Francis", antwortet er nachdenklich. "In dem Fall habe ich Ihnen außer den üblichen Souvenirs noch was besonders Nettes zu übergeben."
Powers ist nicht neugierig. Er weiß schon, was für Souvenirs gemeint sind: Goldmünzen, Uhren, Ringe, das übliche Rubelpaket und die internationalen Devisen in hygienischer Zellophanverpackung. Tauschobjekte, die ihm bei einer Havarie die Flucht erleichtern sollen. Das bekommt jeder hier, und das gab es auch schon früher. Walter hat ihm erzählt, dass während des zweiten Weltkrieges die deutschen Fernaufklärer, wenn sie in Richtung Ural aufstiegen, für diesen Zweck vergoldete Ikonen und bunte Kopftücher mitbekamen... Aber was Shelton ihm nun gibt, sieht nicht wie ein Geschenk aus: ein winziges Etui, das eine ganz gewöhnliche Stecknadel enthält. Er nimmt sie heraus.
"Vorsicht", zischt der Oberst. "Pfeilgift! Wer sich die unter die Haut jagt, lebt bestenfalls noch drei Minuten. Mit freundlichen Grüßen von Allen Dulles persönlich."
"Oh, danke", sagt Powers. "Er ist ja wie ein Vater zu mir."
"Bekommen neuerdings alle, die hinter den eisernen Vorhang gehen", erklärt Shelton nicht ganz wahrheitsgemäß. "Nur für den Fall natürlich, dass man gefoltert wird..." Tatsächlich ist dies hier das Resultat seiner Warnungen. Nachdem er auf die Gefahr einer lückenlosen Radarortung hingewiesen hat, rät der Geheimdienst seinen Piloten zum ersten Mal zum Selbstmord. Mit einer Giftnadel haben sie ihn abgespeist! Und seitdem er die bei sich trägt, ist Shelton das Gefühl nicht losgeworden, es gehe Washington gar nicht mehr um absolute Geheimhaltung der Flüge. Die Russen wussten ohnehin, woran sie mit der U-2 waren. Vielleicht schien es nützlich, sie jetzt, kurz vorm Pariser Gipfeltreffen, durch den geplanten Überflug von Süd nach Nord zu reizen und zu demütigen. Wenn sie daraufhin aus der Haut führen und Lärm schlügen, ohne Beweise zu haben, mochte das außenpolitisch vorteilhaft sein. Ihnen solche Beweise um jeden Preis vorzuenthalten, darauf vor allem kam es an.
Von der Nadel sagt Powers kein Wort, als er eine Viertelstunde später seiner Frau erklärt, wohin er morgen fliegt. Streng genommen dürfte er nicht einmal das, aber die fünfundzwanzigjährige Barbara hält es so schon kaum mehr aus in dem fremden Land, in das sie ihm vor vier Jahren gefolgt ist. Das Leben am Westrand des Stützpunkts, das Klima, die eintönigen Ausflüge nach Adana, der komfortable, doch furchtbar enge Wohnwagen mit der Kennummer T 1356, der Düsenlärm bei Tag und Nacht, die immer gleichen Gesichter und dabei die würgende Angst um ihn – das drückt die hübsche Frau nieder, das bedroht ihre Ehe. – "Peshawar?", fragt sie. "muss das schon wieder sein? Was ist das für ein Land?"
Powers zuckt die Achseln. Das Land kennt er nicht, er kennt nicht einmal die Stadt. Im vergangenen Jahr haben er und seine Kameraden das Flugfeld nie verlassen dürfen. Es hieß damals, dass es auch nicht lohne: ein paar Moscheen und der berühmte Erdwall mit den sechzehn Toren, im übrigen stinkende Armut. Peshawar galt als der ungesündeste Platz im alten Britisch-Indien, immerhin auch als strategischer Punkt. Hundert Jahre lang hatte eine englische Garnison dort gelegen, bis Wachablösung für John Bull gekommen war – ein amerikanisches Kampfgeschwader.

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