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Über Gefühle reden?


Über Gefühle reden?

Umfragen aus der Zeitschrift "Das Magazin"
1. Auflage

von: Helga Schubert

4,99 €

Verlag: Edition Digital
Format: EPUB
Veröffentl.: 05.05.2013
ISBN/EAN: 9783863949983
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 64

Dieses eBook erhalten Sie ohne Kopierschutz.

Beschreibungen

In diesem Buch veröffentlichte Helga Schubert sieben Texte, die sie nach sogenannten aktuellen Umfragen der Zeitschrift „Das Magazin“ geschrieben hatte. Diese Zeitschrift war in der DDR sehr beliebt und am Kiosk sofort weg, weil sie ein relativ unpolitisches, künstlerisch anspruchsvolles und erotisch freizügiges Profil hatte. Dazu gehörten auch die beliebten Aktuellen Umfragen. Weil sich Helga Schubert mit ihren Erzählungen schon einen Namen gemacht hatte und auch als Psychologin in einer Eheberatungsstelle arbeitete, sollte sie zu folgenden Themen schreiben: Wenn Liebe nicht erwidert wird. Kann man zwei Menschen lieben? Was halten Sie vom Beichten ? Wie reagieren Sie auf das Unglück eines anderen Menschen? Worin geben Sie klein bei? Wie gehen Sie mit Antipathien um? Über Gefühle reden? Herausgekommen ist ein sehr interessantes und gut zu lesendes Spektrum der Moralvorstellungen in der DDR abseits der Propaganda, das sich von heute wenig unterscheidet.
INHALT:
Wenn Liebe nicht erwidert wird ...
Kann man zwei Menschen lieben?
Was halten Sie vom Beichten?
Wie reagieren Sie auf das Unglück eines anderen Menschen?
Worin geben Sie klein bei?
Wie gehen Sie mit Antipathien um?
Über Gefühle reden?
In diesem Buch veröffentlichte Helga Schubert sieben Texte, die sie nach sogenannten aktuellen Umfragen der Zeitschrift „Das Magazin“ geschrieben hatte. Diese Zeitschrift war in der DDR sehr beliebt und am Kiosk sofort weg, weil sie ein relativ unpolitisches, künstlerisch anspruchsvolles und erotisch freizügiges Profil hatte. Dazu gehörten auch ...
Wenn Liebe nicht erwidert wird ...
Kann man zwei Menschen lieben?
Was halten Sie vom Beichten?
Wie reagieren Sie auf das Unglück eines anderen Menschen?
Worin geben Sie klein bei?
Wie gehen Sie mit Antipathien um?
Über Gefühle reden?
Helga Schubert
Geboren 1940 in Berlin-Kreuzberg. Aufgewachsen in Ost-Berlin. Studium der Psychologie an der Humboldt-Universität. Nach Diplom 1963 bis 1987 Arbeit in der Erwachsenen-Psychotherapie in Berlin-Weißensee und -Mitte. Seit 1977 freiberufliche Schriftstellerin. Helga Schubert lebt mit ihrem Mann, dem Psychologie-Professor, Schriftsteller und Maler Johannes Helm, nach Jahrzehnten in Berlin seit 2008 in Neu Meteln/ Landkreis Nordwestmecklenburg, wo sie eine Galerie mit seinen Bildern eröffneten.
1975: Beginn ihrer Veröffentlichungen (Erzählungen, Märchen für Kinder und Erwachsene, Hörspiele, Theaterstücke, Filmszenarien). 1987 Berufung als Jurymitglied für den Ingeborg-Bachmann-Preis Österreich und Wahl in den PEN. Dezember 1989 bis März 1990 parteilose Pressesprecherin des Zentralen Runden Tisches in Ost-Berlin. Seit 1992 Mitglied des Autorenkreises der Bundesrepublik.
Buch-Veröffentlichungen:
Lauter Leben, Aufbauverlag Berlin, ab 1975 fünf Auflagen
Vier Bücher über das Mädchen Bimmi, Kinderbuchverlag Berlin, ab 1980. 1992 zu einem Buch zusammengefaßt und neu illustriert, auch bei Middelhauve.
Die Beunruhigung (Szenarium zum gleichnamigen Film, der 1982 zur Biennale in Venedig lief), Henschel-Verlag Berlin, 1982
Das verbotene Zimmer, Luchterhand Darmstadt, 1982 (in der DDR keine Druckerlaubnis)
Blickwinkel, Aufbau-Verlag Berlin, 1984
Anna kann Deutsch, Luchterhand, 1985
Schöne Reise, Aufbau-Verlag Berlin, 1987
Über Gefühle reden? Berliner Verlag, 1988
Judasfrauen (Denunziantinnen), Luchterhandverlag 1990, dann Aufbauverlag, Büchergilde Gutenberg, dtv, Übersetzungen erschienen in Italien, Frankreich und Japan
Gespräch mit Helga Schubert und Rita Süssmuth: Bezahlen die Frauen die Wiedervereinigung, Piper München, 1992
Die Andersdenkende, dtv München, 1994
Das gesprungene Herz, dtv München, 1995
Die Welt da drinnen (Eine deutsche Nervenklinik und der Wahn vom unwerten Leben), S.Fischer Frankfurt/Main, 2003
Beteiligung an vielen Anthologien
Auszeichnungen:
Heinrich-Mann-Preis
Heinrich-Greif-Preis
Hans-Fallada-Preis
Doctor of humane letters/USA der Purdue-University
Autorenstipendium des Landes M-V.
Paradies: Ein Mensch liebt einen anderen Menschen, und der andere erwidert dieses Gefühl. Beide sind frei, brauchen niemanden zu verlassen, sie können zusammenleben und entschließen sich auch dazu. Jeder darf beim andern natürlich sein, braucht sich nicht zu verstellen, braucht den andern nicht zu beobachten und zu bewachen, weil er sich ja des andern sicher ist. Er muss sich auch nicht selbst vergewaltigen, sich nichts verbieten. Weil er in seiner Liebe immun gegen eine andere Liebe ist, lebt er in einer Beziehung, die offen ist für die Vielfalt und die Wunder der Welt außen. Ja, das wäre ein Paradies. Oder?
Ein Albtraum: Ein Mensch liebt Sie, und er sagt es - aber er ist Ihnen gleichgültig. Doch dieser Mensch (ein Mann oder eine Frau) hängt an Ihren Augen und an Ihren Lippen, sucht Ihre Nähe und hofft und hofft und hofft, dass Sie ihn wiederlieben, seine Nähe wenigstens dulden, seine Zärtlichkeit als angenehm empfinden. Sie leben unter den Scheinwerfern seiner Gedanken und möchten so gern in Ruhe gelassen werden. Er aber will mit Ihnen leben, jede zukünftige Sekunde will er Sie lieben, so wie heute. Ohne Sie hat sein Leben keinen Sinn, sagt er Ihnen, er kann ohne Sie nicht leben. Sie hätten es am liebsten, dass er sich endlich in Luft auflöst, wie nur können Sie es ihm verständlich machen, dass Sie an etwas ganz anderes dachten, als er Ihr Leben plante? Wie konnte er - so fragen Sie sich - nur so viele wirre Hoffnungen schöpfen? Nun sollen Sie ihn zu allem Überfluss auch noch heiraten, und Sie hatten sich so auf den Krimi im Fernsehen gefreut. Stattdessen diese ermüdenden Diskussionen bei Ihrem Lieblingswein, denn davon hat er Ihnen gerade wieder ein paar Flaschen mitgebracht.
Der Gegenalbtraum: Sie lieben einen Menschen. Sie könnten seine Augenfarbe beschreiben bis zu den kleinsten gelben Sprenkeln. Seine Stimme macht Ihnen Herzklopfen, alle kleinen Schwächen machen ihn nur noch liebenswerter, zeigen sie Ihnen doch, dass er auch menschliche Züge trägt, nicht nur göttliche. Ein ganzes Leben mit diesem Menschen verbringen, jeden Abend im selben Bett einschlafen und jeden Morgen neben ihm aufwachen, das wäre das Ende des langen Suchens. Nun endlich haben Sie Ihre andere Hälfte gefunden. Und wie zurückhaltend der andere Mensch ist, als ob er gar nicht merkt, was in Ihnen vorgeht, wie bescheiden und taktvoll. Sie werden es einfach riskieren und ihm sagen, dass Sie ihn lieben und dass ohne ihn auf der ganzen Welt alles unwichtig ist, ja, dass Sie ohne ihn nicht leben wollen. Sie meinen das nicht als Drohung, nein, nur als Ausdruck Ihrer innersten Wahrheit. Nun legen Sie Ihr Leben in seine Hände. Und er fragt Sie: Hast du vorhin die Programmvorschau mitgekriegt? Ich hab' sie nämlich nicht verstanden, du hast da gerade was erzählt. Übrigens, die nächste Zeit werde ich gar keine Zeit mehr haben nach der Arbeit, und ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll: Wir sollten uns nicht mehr als nötig sehen.
Am Ende dieses Albtraums finden Sie sich auf der Straße wieder, nachts, allein. Am liebsten würden Sie sich in Luft auflösen, wenigstens unsichtbar um ihn sein, wenn er Sie leibhaftig schon nicht will. Aber vielleicht will er Sie doch. Sie haben ihm nur noch nicht die Möglichkeit gegeben, wirklich an Ihre Liebe zu glauben. Es gibt doch gar kein Hindernis. Warum sollte er sich nicht umstimmen lassen? Morgen werden Sie alles anders machen. Die Hoffnung, die Enttäuschung, die Hoffnung, die Enttäuschung, das ist der wirkliche Albtraum.
Ich behaupte, jeder von uns hat beide Albträume schon durchlitten und hofft inständig, sie mögen sich nie wiederholen.

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