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Motorsportstadt Schwerin – zu Wasser und zu Lande


Motorsportstadt Schwerin – zu Wasser und zu Lande


1. Auflage

von: Wolfgang Reuter, Uli Grunert

7,99 €

Verlag: Edition Digital
Format: PDF
Veröffentl.: 17.01.2015
ISBN/EAN: 9783956552472
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 222

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Beschreibungen

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden auch im Nordosten Deutschlands neue sportliche Strukturen. Die Regierung der gerade gegründeten DDR wollte internationale Anerkennung auch durch sportliche Erfolge erlangen. Der Motorsport wurde gefördert, um die internationale Reputation zu beschleunigen. Der Kult um Rennmaschinen und -boote faszinierte schnell Jung und Alt. In vielen Regionen der Republik gründeten sich Motorsport-Clubs, in denen engagierte Sportler bald internationale Erfolge feierten.
Dieses Buch erzählt die Geschichte von der Entwicklung und Blüte des Motor-Rennsports in der damaligen Bezirksstadt Schwerin bis Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts.

INHALT:
"Rund um den Pfaffenteich" - Rennen auf zwei, drei und vier Rädern
Auf Dreieckskurs im Schlossgarten - Die kürzeste Straßenrennstrecke der DDR
"Rennpantoffel", Dreipunkter und Proprider - Mitreißende Regatten auf dem Ziegelsee
"Parforcejagd" in den Lankower Bergen - Moto-Cross-Weltelite gibt sich ein Stelldichein

LESEPROBE:
1960
Es war gewissermaßen der „Ritterschlag“, als die Organisatoren der Regatta auf dem Ziegelsee mit der Ausrichtung des Europameisterschaftslaufs in der Klasse A beauftragt wurden. Vielleicht mag auch das Stadtjubiläum – 800 Jahre waren seit der Gründung durch Heinrich den Löwen vergangen – eine Rolle. Auf jeden Fall verdiente Anerkennung für die rührigen Veranstalter, die in der Vergangenheit schon viel Lob von Fahrern für gelungene Rennen empfangen durften.
Pflichtschuldig stattete die ADMV-Bezirksleitung im Vorwort des Programms der „Regierung unter Führung der Partei der Arbeiterklasse“ den „Dank für die großartige Förderung und Unterstützung“ ab.
Doch lieber zum sportlichen Teil: Die Voraussetzungen am Samstag waren denkbar ungünstig; Ölzeug und Gummistiefel die wichtigsten Utensilien. Böse Zungen lästerten gar über das „typische Schweriner Regattawetter“.
Gottlob sollte sich das am Renntag ändern. So war es zumindest von oben trocken, als pünktlich um 11 Uhr der Vorbereitungsschuss die fast 20 Piloten der Klasse J an den Vorstart rief. Die besondere Aufmerksamkeit der vielen Tausend Zuschauer galt vor allem den beiden aussichtsreichsten Anwärtern auf den Tagessieg. Sowohl Dieter König (Westberlin) als auch Hans Schulz (Neuruppin) hatten den „Petermänken“-Preis bereits einmal gewonnen.
Schulz jagte mit dem neu entwickelten Zimmermann-Motor als Erster über die Start- und Ziellinie;

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden auch im Nordosten Deutschlands neue sportliche Strukturen. Die Regierung der gerade gegründeten DDR wollte internationale Anerkennung auch durch sportliche Erfolge erlangen. Der Motorsport wurde gefördert, um die internationale Reputation zu beschleunigen. Der Kult um Rennmaschinen und -boote ...
"Rund um den Pfaffenteich" - Rennen auf zwei, drei und vier Rädern
Auf Dreieckskurs im Schlossgarten - Die kürzeste Straßenrennstrecke der DDR
"Rennpantoffel", Dreipunkter und Proprider - Mitreißende Regatten auf dem Ziegelsee
"Parforcejagd" in den Lankower Bergen - Moto-Cross-Weltelite gibt sich ein Stelldichein
Wolfgang Reuter, Jahrgang 1944, wurde in Schwerin geboren und lebt heute in Rostock.
Vor Jahren begab sich der Journalist auf die Spuren der legendären Motorsportveranstaltungen wie die Regatten auf Pfaffenteich und Ziegelsee mitten im Schweriner Stadtgebiet oder die Moto-Cross-Rennen in den Lankower Bergen. Bereits in seiner Kindheit und Jugend hatte er Kontakt zur Szene und begeisterte sich früh für den Motorrennsport. Er hat in jahrelanger akribischer Recherche eine Fülle von Fakten, Hintergründen und Geschichten über die Glanzzeit zusammengetragen, die in diesem Buch auf eine interessierte Leserschaft warten.
1960
Es war gewissermaßen der „Ritterschlag“, als die Organisatoren der Regatta auf dem Ziegelsee mit der Ausrichtung des Europameisterschaftslaufs in der Klasse A beauftragt wurden. Vielleicht mag auch das Stadtjubiläum – 800 Jahre waren seit der Gründung durch Heinrich den Löwen vergangen – eine Rolle. Auf jeden Fall verdiente Anerkennung für die rührigen Veranstalter, die in der Vergangenheit schon viel Lob von Fahrern für gelungene Rennen empfangen durften.
Pflichtschuldig stattete die ADMV-Bezirksleitung im Vorwort des Programms der „Regierung unter Führung der Partei der Arbeiterklasse“ den „Dank für die großartige Förderung und Unterstützung“ ab.
Doch lieber zum sportlichen Teil: Die Voraussetzungen am Samstag waren denkbar ungünstig; Ölzeug und Gummistiefel die wichtigsten Utensilien. Böse Zungen lästerten gar über das „typische Schweriner Regattawetter“.
Gottlob sollte sich das am Renntag ändern. So war es zumindest von oben trocken, als pünktlich um 11 Uhr der Vorbereitungsschuss die fast 20 Piloten der Klasse J an den Vorstart rief. Die besondere Aufmerksamkeit der vielen Tausend Zuschauer galt vor allem den beiden aussichtsreichsten Anwärtern auf den Tagessieg. Sowohl Dieter König (Westberlin) als auch Hans Schulz (Neuruppin) hatten den „Petermänken“-Preis bereits einmal gewonnen.
Schulz jagte mit dem neu entwickelten Zimmermann-Motor als Erster über die Start- und Ziellinie; alle Attacken des Westberliner Motorenbauers konnte er erfolgreich abwehren.
Etwas überraschend belegte Erhard Krumpholz aus Zschopau Platz 3 vor Siegfried Lubnow (Westberlin).
Im zweiten Durchgang stockte den Zuschauern der Atem: Titelverteidiger Hans Schulz aus der Geburtsstadt Theodor Fontanes kam als Letzter in Gang. Dann aber rollte er in einer mitreißenden Aufholjagd das Feld von hinten auf. Und als König an der letzten Wendeboje offenbar Probleme hatte, bedeute das für Schulz weitere 400 Siegerpunkte.
Im entscheidenden dritten Lauf musste Hans Schulz nach einem erneut schlechten Start lange zittern, bis er praktisch auf den letzten Metern den 3. Platz hinter König und Lubnow, dem Europameister der Jahre 1959 und 1960, erkämpfte.
Das waren in der Endabrechnung 1025 Punkte, gerade mal 100 mehr als Dieter König. Freudestrahlend nahm der gefeierte Neuruppiner das „Petermänken“ zum 2. Male in Empfang.
Bei prächtiger Stimmung wurde das Feld der Klasse A mit Piloten aus Italien, der Schweiz, Österreich, der BRD und Westberlin (nach offizieller Lesart bekanntlich eine „selbstständige politische Einheit“) sowie der DDR auf den EM-Kurs geschickt.
Überragender Fahrer des Tages war wieder einmal Dieter Schulze (Österreich), der alle drei Durchgänge (bei internationalen Titelkämpfen vorgeschrieben) dominierte. Wolfgang Klein aus Neuß (immerhin der spätere Europameister) musste sich jeweils mit dem 2. Platz begnügen. In der Endabrechnung kam der Italiener Vittorio Pirovano auf Rang Drei.
Seine bestechende Form stellte Schulze, zeitweilig mit österreichischer Lizenz unterwegs, auch in der Klasse B (350 ccm) unter Beweis. Im zweiten Lauf musste er sich zwar heftiger Angriffe des Mitfavoriten Dieter König erwehren, doch mit der Idealpunktzahl 800 hatten König und Sergio Carniti aus Como (Italien) das Nachsehen.
Bei den 500ern wollte es Dieter König aber endlich wissen: Souverän verwies er in beiden Umläufen den „fliegenden Dachdecker“ Herbert Nitsche (Dresden) auf den Ehrenplatz; der wiederum konnte Sergio Carniti auf Distanz halten.
Als schönen Erfolg verbuchte der Schweriner Hubert Wilke einen 3. Platz in der Klasse E 01.

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