Details

Der Lügner und die Bombe


Der Lügner und die Bombe

Vier untypische Liebesgeschichten für Männer
1. Auflage

von: Egon Richter

7,99 €

Verlag: Edition Digital
Format: PDF
Veröffentl.: 22.01.2012
ISBN/EAN: 9783863943011
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 238

Dieses eBook erhalten Sie ohne Kopierschutz.

Beschreibungen

Gemeinsam ist diesen vier sehr verschiedenen Geschichten, dass es um die Liebe geht – wie sie kommt und wie sie abhandenkommt. Spannend erzählt Egon Richter von den Konflikten im menschlichen Leben und davon, wie viel man investieren muss, damit die Liebe bleibt. Und wie viel Platz die Liebe im Leben braucht, damit sie nicht kaputtgeht zwischen Alltag und Anstrengungen für die Gesellschaft.
Ein unerhörtes Ereignis passiert, als jemand eine Baugrube für ein Einfamilienhaus ausheben will. Warum ist ein kleiner Junge dabei? Und warum denkt er, dass die Leute ausgerechnet diesem Jungen nicht glauben würden, wenn er Hilfe holen soll, weil jemand mit einem Bagger in einer Baugrube eine Bombe festhält, damit sie nicht explodiert. Und da ist noch die Sache mit Ostafrika.
Der Regisseur, der vorgibt, soviel von der Liebe zu verstehen, scheitert an die Liebe einer Frau, die ihn wirklich geliebt hat. Sie hat es ernst gemeint, viel ernster als er. Und während er denkt, es sei alles in Ordnung, schreibt sie eilig ein paar Zeilen auf den Kopfbogen der offiziellen Hotel-Post …
Immer wieder ist das Werk, das wichtiger ist als alles andere. Wichtiger als das Zusammensein mit seiner Frau und mit seinen Kindern. Weiß er eigentlich noch etwas von ihnen? Noch vierzehn Tage, dann soll Schluss sein mit dieser ständigen Überforderung – gegen alle Signale seines Körpers. Da kommt die Havarie.
Dreizehn Flugstunden entfernt liegt das ferne Land, in dem er vieles nicht versteht und sich zugleich an manches in seiner Heimat erinnert fühlt. In dem fernen Land, das ihm sehr fremd vorkommt, trifft er auch eine schöne Unbekannte und wagt einiges, aber ob es Liebe ist?
„Der Lügner und die Bombe“, das sind – wie schon im Untertitel angekündigt – vier untypische Liebesgeschichten für Männer und ein Plädoyer für das richtige Maß zwischen Arbeit, Leben und Liebe und für Ehrlichkeit gegenüber dem anderen. Worin besteht er, der Sinn unseres Lebens?
Die Druckausgabe war 1979 beim Rostocker Hinstorff Verlag erschienen.

INHALT:
Der Lügner und die Bombe
Die siebente Frau
Vierzehn Tage vor Schluss
Im Fernen Osten
Gemeinsam ist diesen vier sehr verschiedenen Geschichten, dass es um die Liebe geht – wie sie kommt und wie sie abhandenkommt. Spannend erzählt Egon Richter von den Konflikten im menschlichen Leben und davon, wie viel man investieren muss, damit die Liebe bleibt. Und wie viel Platz die Liebe im Leben braucht, damit sie nicht kaputtgeht zwischen ...
Der Lügner und die Bombe
Die siebente Frau
Vierzehn Tage vor Schluss
Im Fernen Osten
Egon Richter
Geboren 12. Dezember 1932. Abitur, Redaktionsvolontär, Studium (Germanistik),
Reporter. Seit 1967 im Schriftstellerverband, freischaffend
Auszeichnungen:
1971 Kunst- und Literaturpreis des Bezirkes Rostock
1974 Orden "Banner der Arbeit"
1976 Johannes-R.-Becher-Medaille in Gold
1977 Gryf Pomorski der VR Polen
1978 Heinrich-Heine-Preis der DDR.
Auswahlbibliografie
Ferien am Feuer. Erzählung. Hinstorff Verlag, Rostock 1966
Zeugnis zu dritt. Roman. Hinstorff Verlag, Rostock 1968
Sehnsucht nach Sonne. Ein Buch über Sibirien. Hinstorff Verlag, Rostock 1972
Aussagen über einen Nachbarn. In: Liebes- und andere Erklärungen. Aufbau Verlag, Berlin 972
Gedanken im Fluge. In: Stimme des Menschen. Volkstheater Rostock, 1974
Abflug der Prinzessin. Roman. Hinstorff Verlag, Rostock 1974
Der goldene Schlüssel von Mangaseja. Kinderbuchverlag, Berlin 1975
Eine Stadt und zehn Gesichter. Ein Buch über Szczecin. Hinstorff Verlag, Rostock 1976
Der Lügner und die Bombe. Vier untypische Liebesgeschichten für Männer. Hinstorff Verlag, Rostock 1979
Der Tod des alten Mannes. Erzählung. Hinstorff Verlag, Rostock 1983
Der lange Weg nach Afrika: Schauspiel. Volkstheater Rostock, 1984
Mit Katzensprüngen ins Land der Fische. Kinderbuchverlag, Berlin 1985
Im Lande der weißen Kamele. Ein Buch über Tuwa. Hinstorff Verlag, Rostock 1986
Die letzte Fahrt der Königin Luise. Roman. Verlag der Nation, Berlin 1988


Nein, ich bin nicht gewalttätig, wie kommen Sie denn darauf, Herr Staatsanwalt?
Ich meine: Dass der Rolli das so selbstlos gemacht hat - also von da an hatte ich was übrig für den, ohne Flax. Und manchmal habe ich ihm sogar bei seinem ganzen FDJ-Zirkus geholfen, obwohl das keinen Fatz einbrachte, höchstens Fähnchen und Wimpel und Zeitungsberichte, die unser Brigadier immer ganz allerliebst nannte und über die sich alles kringelte, bis auf Rolli. Na ja, das war einmal. Ich wollte nur sagen: Irgendwas war an dem komischen Menschen, was mich festhielt - ist blöd ausgedrückt, bloß anders kann man es wirklich nicht sagen. Nicht dass wir unzertrennlich waren, aber wir kamen ganz gut miteinander aus, und in bester Form war Rolli auch nicht immer.
Irgendwann sind wir mal in solchem Beatschuppen gelandet - nein, das ist keine Abschweifung, Herr Staatsanwalt, das gehört einfach dazu. Sie verstehen das sonst nicht, das mit Rolli und mir, und auch mit der Maschine und der Bombe - das gehört alles zusammen, ich weiß nicht, wie ich Ihnen das erklären soll. Ach, doch nicht wegen meiner Verantwortung für den Siebzehn-null-drei. Das hat doch mit meiner Verantwortung nichts zu tun, den hätten die Techniktruppen längst in Ordnung haben müssen, das kann doch keiner wissen, was hinterher herauskommt!
Ja, ein richtiger Beatschuppen. Na ja, nicht so vornehm, verstehen Sie, preiswert, und mit richtigem guten Bier. Rolli kam natürlich gerade wieder von solcher FDJ-Schaffe über ideologische Probleme und so, eifrig und im Blauhemd und mit zukunftsweisendem Blick, und es war klar, dass wir nicht mal einen ordentlichen Witz machen konnten, ohne dass Rolli mit den neuesten Argumenten darauf eingestiegen wäre. Also, wir sitzen ein bisschen blöd da, quatschen von der Band und von der Arbeit, was ich schon überhaupt nicht ausstehen kann, und ich gucke mich um nach ein paar scharfen Miezen, aber das richtige scheint nicht da zu sein. Wir quatschen noch ein bisschen rum und wollen gerade abhauen, da fängt drüben hinter der Band irgendein Streit an. Paar Typen grapschen an einem Mädchen rum, so einer kleinen Zierlichen, und die wollte sich wohl nicht recht in die Bluse fassen lassen, so was gibt's ja. Und bei den Typen... Das war so ein Haufen, ja, wie soll man sagen, die echte Elite der Nation, vorne besabbertes Hosenlätzchen und hinten Jimmy-Hendrix-Etikett, in der Masse die absoluten Kings.
Also, Rolli rüber zu denen, bevor das einer verhindern konnte, und wahrscheinlich aus Mitleid mit der Kleinen. Jedenfalls sagt der doch tatsächlich Jugendfreunde zu denen, Jugendfreunde, sagt der - und weiter kommt er natürlich nicht, weil die sich halb krumm brüllen, und einer greift ihm auch gleich an die FDJ-Montur. So was kann ich nicht leiden, egal ob das Rolli ist oder nicht, aber so was kann ich nicht leiden!
Ich also auch rüber und hinter Rolli. Da sagt einer von den Typen gerade: Was ist denn dein sozialistisches Begehr, mein Kleiner? Und da fängt es bei mir schon an zu kochen. Herrgott nein, ich bin nicht gewalttätig, wie oft soll ich denn das noch sagen; wenn Sie mir nicht glauben, können wir unsere ganze Unterhaltung sowieso einstellen!
Nein, ich habe nichts gemacht, überhaupt nichts, und wenn, Herr Staatsanwalt, wenn - dann wäre es längst verjährt. Und berechtigt wäre es auch gewesen. Aber - nichts. Ich war ganz ruhig, Tatsache. Na, klar hat es gekocht, das bestreite ich gar nicht, aber geblubbert hat es noch nicht und Rolli war auch ganz ruhig. Der sagt jedenfalls, ohne auf die Halbseidenen zu achten und einfach über die Köpfe von denen weg, zu dem Mädchen, das sie da eingekeilt haben: Darf ich Sie zum Tanz bitten?

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