Details

Das grüne Ungeheuer (Der grüne Papst)


Das grüne Ungeheuer (Der grüne Papst)

Roman
1. Auflage

von: Wolfgang Schreyer

8,99 €

Verlag: Edition Digital
Format: EPUB
Veröffentl.: 29.12.2011
ISBN/EAN: 9783863940904
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 533

Dieses eBook erhalten Sie ohne Kopierschutz.

Beschreibungen

Karibisches Meer, Juni 1954:
Ein junger Deutscher gerät in Not und schließt sich Männern an, deren Geschäfte er nicht kennt. Schmuggeln sie Rauschgift, plündern sie Schiffe aus, sind es Kidnapper? Die Bande fürchtet keinen Richter, sie hat einen langen Arm - und Flugzeuge, Schnellboote, Sendestationen. Er kann nicht mehr zurück. Von jener Insel auf der Mosquitobank, die ein Piratennest ist, gelangt er in die Hauptstadt einer kleinen Republik zum Haus eines kaffeepflanzenden Greises, durch Urwälder, Tropenflüsse und über Kaktussteppen.
Er lebt zwischen Gangstern und Landsknechten, trifft aufrechte Männer und Laffen, dient einem windigen General, dann einem frommen Obersten. Ihm begegnen Hafenpolizei, Indios, Mädchen, Papageien, Spitzel. Er trifft eine glutäugige Schönheit, die ihm die Haut ritzt und seine Spottlust weckt, bevor er sie liebgewinnt. Sie lehrt ihn ihre Heimat sehen; und im Lichte aufdämmernder Erkenntnis findet er sein Gewissen wieder.
Wolfgang Schreyer gibt in diesem abenteuerlichen Roman dem Helden selbst das Wort. Darin liegt der besondere Reiz seiner Geschichte.
Halb zeitgeschichtliche Reportage, halb Abenteuerroman, entstand dieses Buch zu einer Zeit, in der die cubanische Revolution noch nicht gesiegt hatte und niemand die Ereignisse in Chile voraussehen konnte. Der gesellschaftliche Hintergrund dagegen, den der Text auch da veranschaulicht, wo Figuren und Handlungen kühn erfunden sind, entspricht überall den Tatsachen. Der Wert des Romans liegt bei aller Unterhaltung, die er dem Leser bietet, in der Information über ein fernes kleines Land (Guatemala) und einen Vorgang scheinbar am Rande des Weltgeschehens, der nicht länger als zwölf Tage Schlagzeilen machte (der von der CIA organisierte Sturz von Jacobo Arbenz Guzmán). Heute erscheint uns dieser Vorgang in schärferem Licht; er gewinnt an Bedeutung, wenn man an die Verbrechen der chilenischen Konterrevolution denkt und an den Überfall der USA auf die friedliche Antilleninsel Grenada im Oktober 1983, der den Putsch der Bananengesellschaft in Guatemala auf erschreckende Weise wieder aktuell werden ließ.
Das Buch wurde erstmals 1959 beim Verlag Das Neue Berlin unter dem Titel "Das grüne Ungeheuer" veröffentlicht. Beim Deutschen Militärverlag (DDR) erschienen mehrere überarbeitete Fassungen unter dem geänderten Titel "Der grüne Papst".
Das Buch war die Vorlage zu dem mehrteiligen Fernsehfilm "Das grüne Ungeheuer" von Rudi Kurz (1962).
Karibisches Meer, Juni 1954:
Ein junger Deutscher gerät in Not und schließt sich Männern an, deren Geschäfte er nicht kennt. Schmuggeln sie Rauschgift, plündern sie Schiffe aus, sind es Kidnapper? Die Bande fürchtet keinen Richter, sie hat einen langen Arm - und Flugzeuge, Schnellboote, Sendestationen. Er kann nicht mehr zurück. Von jener Insel ...
The Boulevard of Broken Dreams
Die Hexe im Cadillac
Marihuana-Schmuggel und Notzucht
Er hat zuviel gewusst
Der dritte Mann
Dolch-Insel: Traumvilla und MPis
Menschenraub: Für einen Pass zuviel
Chronik des Verbrechens
Der lange Arm verdorrte
Kein Trost für Anastasia
Sternschnuppe aus Überplanbeständen
Die Lucky Strike-Piraten
Gangster haben keinen Lebensabend
Und lasst euch nicht beklauen
Die Sache war völlig gesetzlich
Wie Marschall Rommel vor El Alamein
Kapitäne bleiben im Heck
Mein General
Psychological Warfare
Werk der See: Lustlose Herren
Germans to the Front
Chabelita
Ein Mann wie Bill Walker
Lohn der Angst
Die Faust im Nacken
Die Geschichte eines Obstkonzerns
Faire Partner haben es schwer
Safety First: Frackhemd für Don Miguel
Häng deine Fahne nach den Winden des Boss
Tote Piloten fliegen schlecht
Der Boss Nummer 2
Don Luis: Diamantenfelder am Rio Grande
Bald werde ich bei euch sein
Kreuzfahrer von gestern
Isabel: Zu hübsch für dieses Hauptquartier
Die Quetzal-Story
Schocktherapie: Ein General entsagt
Nasse Soldaten taugen nichts
Die Pflicht der Presse
Schutzengel der "Befreier": Fingerzeig aus Boston
Nicht jeder Luftmarschall will Meier heißen
Ehrenschild: Ohne Rücksicht auf Verluste
Ein deutscher Edelmann wählt Liechtenstein
Die Wohltäter des Vaterlandes
Oberst Armas: Schont fremde Schienenstränge
Ein Mozo – fünfzig Dollar
Selig sind die Sanftmütigen
Die Sprache der Machetes
Schluss mit Ataque – Wir trinken Rum
Notfalls nahe der Drecklinie: Pflicht der Políticos
Die Gegend ist scheußlich ruhig
Brüllaffen schreien: Der rechte Flügel lebt
Der Friedensstifter
Bitterer Lorbeer
Fiasko Panamericana
Und führe uns nicht in Versuchung
Christusheer: Methoden der Menschenführung
Bomben auf Paläste
Denn sie wissen nicht, was sie tun
Nun trennen sich unsere Wege
Früchte des Zorns: Die Stimmen sind gegen uns
Lauter Lügen
Schmutzige Hände
Saat der Gewalt: Fünf stimmen für Armas
Das letzte Rezept
Was wird es morgen sein?
Keine Angst vor guten Sitten
Major Reyes: Ich – der Richter
In den Fluss und durch die Wälder
Mamaita
Die Brücke am Rio Zacapa
Stirb wie ein Mann
Statt Waffen – zwei Leichen
Der Oberst und sein Papagei
Wolf unter Wölfen
Moonlight-Party
Die Fehler der Company
Palace Hotel: Zwischen Vulkanen
John E. Peurifoy: Macht ohne Ruhm
Und der Haifisch, der hat Zähne
Marimba-Rhapsodie
Die Nackten und die Geflohenen
Gestohlene Insel: Verdammt in Seligkeit
Vom Winde verweht
Aus einem anderen Land
Das verlorene Paradies
Der stille Mexicaner



Wolfgang Schreyer, geboren 1927 in Magdeburg. Oberschule, Flakhelfer, Soldat, US-Kriegsgefangenschaft bis 1946. Debütierte mit dem Kriminalroman "Großgarage Südwest" (1952), seitdem freischaffend, lebt in Ahrenshoop. 1956 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis für den Kriegsroman "Unternehmen Thunderstorm". Schreyer zählt zu den produktivsten und erfolgreichsten Autoren spannender Unterhaltungsliteratur in der DDR, schrieb Sachbücher, Szenarien für Funk und mehr als zwanzig Romane mit einer Gesamtauflage von 6 Millionen Exemplaren.
Reyes setzte das Glas ab. Ohne meinen Gruß zu erwidern, antwortete er: "Auf Sie, Capitán, haben wir gerade gewartet. Ihren Fall werden wir auch gleich klären. Sie werfen unsere kostbaren Bomben nach Gutdünken ab, nicht wahr?"
Er wusste es also schon. Auch bei ihm hatte man mich denunziert, und anders als Mendoza glaubte er mir nicht. Dass Vorgänge innerhalb der Luftwaffe gleichfalls in seinen Geschäftsbereich fielen, war mir neu. Doch pflegen Sicherheitsbeauftragte ihre Kontrolle gern über Ressortgrenzen hinaus auszudehnen. Pflichteifer, Ehrgeiz und Misstrauen verleiten sie dazu, ihre Nase möglichst in jeden Brei zu stecken. Bestrebt, viele Fäden in ihrer Hand zu vereinen, um sie zum Knoten unumschränkter Macht zu schürzen oder Feinden daraus einen Strick zu drehen, sind sie genötigt, eine stattliche Spitzelschar zu beschäftigen. Solche Vertrauensmänner nannte man hierzulande "Soplón de policía".
Herr von Hardenberg murmelte eine Entschuldigung, er ließ uns allein; mit derart heiklen Dingen wollte er nichts zu tun haben. Ich setzte mich auf seinen Platz und blickte dem bullenhaften Reyes fest in die Augen. Er starrte zurück. Ich sagte: "Haben Sie sich extra deshalb herbemüht?" in der schwachen Hoffnung, er habe Chabelita nur meinetwegen vernommen, nicht aber wiedererkannt. Ich war ziemlich ratlos. Mit jeder Minute verschlimmerte sich meine Lage. Denn sobald ihm berichtet wurde, dass ich diesmal die Bomben sogar wieder mitgebracht hatte, würde er mich festnehmen lassen.
Unvermittelt stand er auf, schüttete mir den Rest seines Weins ins Gesicht und sagte: "Kommen Sie mit. Wir werden Ihnen was zeigen."
Ich folgte ihm ohne Widerspruch. Hinter mir ging der Soldat, seine Stiefel tappten über das Pflaster, die Waffe hielt er im Anschlag. Wir passierten das Tor in der rückwärtigen Mauer des Patio und gelangten auf den Wirtschaftshof.
"Ihr Dragoneante beantwortete unsere Fragen nicht", erklärte er mir. "Wir wollen sehen, ob 'er' jetzt den Mund auftut." Dabei stapfte er auf jene Tür zu, die zu den Stallungen und der Autogarage führte. Sein Leibwächter hielt sich weiter in meinem Rücken. Ich konnte hören, wie er an seinem Schießeisen manipulierte.
"Sie fürchten sich wohl mit mir allein?", fragte ich.
Er lachte kurz auf, musterte mich von Kopf bis Fuß und wies den Mann an, im zweiten Hof Posten zu fassen. Wir kamen nun in den dritten. Ich hatte ihn noch nie betreten. Unauffällig riegelte ich hinter mir ab, sah aber gleich, warum Reyes seinen Wachmann leichten Herzens zurückgelassen hatte. Neben dem Misthaufen nämlich stand ein weiterer Aufpasser, wenn auch ohne geschulterte Maschinenpistole. Ihm gehörte ein Karabiner, und der diente jetzt einem anderen Zweck: Zu seinen Füßen lag in der prallen Sonne Chabelita - ein Bündel aus khakibraunem Uniformtuch.
Ich kann nicht behaupten, dass dieser Anblick mich entsetzt oder gar rasend gemacht hätte. Gefühlsausbrüche verleiten zur Unbesonnenheit, und ich befand mich schon so im Nachteil, dass ich haushalten musste mit meiner Kraft. Die Wut kommt bei mir immer erst hinterher. Ich musste etwas tun, und die Wahrheit ist, dass ich bis zur letzten Sekunde nicht wusste, was. Da lag sie zusammengerollt, Fliegen umschwärmten sie, Mücken saßen auf ihrem Gesicht. Das Gewehr steckte zwischen Kniekehlen und Armbeugen, wie ich das in Esquipulas schon öfter gesehen hatte. Luis Reyes hatte ihr den "Cepo de campaña" verordnet.
"Damit Sie keinen Unfug machen", sagte der Major, "los, geben Sie Ihren Revolver her." Bei diesen Worten hielt er den eigenen schon in der Hand, der Lauf zielte auf meinen Magen. Natürlich nahm er an, dieses Mädchen sei meine Geliebte. Für ihn war es selbstverständlich, dass ich nun versuchen würde, mich auf ihn zu stürzen. Mich dazu herauszufordern und dann wie einen tollen Hund abzuknallen wird ihm im Sinn gelegen haben.
Ob dem wirklich so war, ist nicht mehr festzustellen. Ich schnallte das leere Pistolenfutteral ab, reichte es ihm mit der Linken und schoss im selben Moment aus der Rocktasche. Denn es hatte gar keinen Zweck, sich mit ihm in ein Handgemenge einzulassen. Er war viel kräftiger als ich, und ich hatte keine Lust, mich auf dem Misthaufen von ihm verdreschen zu lassen. Nun fiel er hin, und eine Handbreit unterhalb des Halsansatzes erschien auf seiner Uniform ein dunkler Fleck.

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